Backen, Favourite
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Marmorgugelhupf

Mit dem letzten Teil meiner kleinen Engadin-Serie schwelge ich etwas in Erinnerungen… Wie ja einige von euch sicher gelesen haben, hütete ich ein Haus in Scuol und schaute zu drei Katzen. Im November ist es im Unterengadin extrem ruhig. Die meisten Hotels und Restaurants haben geschlossen, abends hat man das Thermalbad und die Sauna fast für sich alleine und da dieses Jahr der Schnee so lange ausgeblieben ist, konnte man perfekt wandern. Dazu gab es wunderbar warme und sonnige Tage, die ich auf der Terrasse des Hauses genossen habe. Während meiner Zeit in Scuol besuchten mich viele Freunde. Sie kamen hoch für ein entspanntes Wochenende oder zum Arbeiten – wie Anne das gemacht hat. Zusammen mit ihr ist diese Geschichte entstanden.

Marmorkuchen1a

Die Gugelhupfform, die in Benys Küche so dekorativ hängt, hat mir von Anfang an „back mit mir“ zugeflüstert. Da kann man ja schlecht widerstehen. Anne ist in Hamburg aufgewachsen und kommt sozusagen aus dem Kaffee-und-Kuchen-Land. Ihre Mutter bäckt sehr gerne und früher stand bei ihnen zu Hause regelmässig irgendein Kuchen auf dem Küchentisch. Daneben ein Messer, mit dem man sich jeden Nachmittag ein Stück davon abschnitt. Gegen Ende der Woche war dann der Kuchen zwar etwas trocken, mit etwas Butter bestrichen schmeckte er aber immer noch herrlich gut. Diese Idee vom Kuchen in der Küche gefällt mir ausserordentlich. Passt zwar nicht zum Januar, wenn alle Leute das schlechte Gewissen überfällt und der Salat-Detox-Ramadan-Wahnsinn ausbricht. Doch bei der Umsetzung all der gesunden Vorsätzen darf man nie vergessen – so ein Stück Marmorgugelhupf macht gute Laune.

Marmorkuchencombi

Marmorgugelhupf
Beim Rührteig passiert es mir immer wieder, dass die Masse gerinnt. Verhindern kann man dies, indem man Butter und Eier frühzeitig aus dem Kühlschrank nimmt und zimmerwarm werden lässt.  

225 g Butter
200 g Zucker
1 Päckchen Vanille-Zucker
1 Prise Salz
4 Eier
1 EL Rum (optional)
275 g Weissmehl
1 Päckchen Backpulver
2 EL Milch
15 g Kakaopulver
15 g Zucker
2 EL Milch

Gugelhupfform (Durchmesser ca. 22cm) mit Butter einstreichen, mit Mehl auspudern und kühl stellen.

In einer Schüssel Butter mit dem Mixer schaumig schlagen. Zucker, Vanille-Zucker und Salz dazu und weiterrühren. Ein Ei nach dem anderen einrühren bis eine helle, feine Masse entsteht. (Sollte die Masse gerinnen, Schüssel in heisses Wasser stellen und rühren bis alles bindet.) Rum beigeben und verrühren. Mehl und Backpulver mischen und mit einer Kelle unterziehen. 2 EL Milch zum Teig geben und nochmals gut mischen. 2/3 des Teigs in die Form füllen. Den Rest des Teigs mit Kakaopulver, Zucker und Milch mischen und in die Gugelhupfform (auf die helle Masse) geben. Mit einer Gabel durch die beiden Schichten ziehen, so dass ein Marmormuster entsteht.

Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad, unterste Rille, ca. 55 Minuten backen. Den fertigen Kuchen 10 Minuten in der Form auskühlen lassen, dann stürzen.

MarmorkuchenaufmacherFotos: Anne Gabriel-Jürgens

5 Kommentare

  1. Bernd Kerstiens sagt

    Ja, Gugelhupf! Was ist das? Ich jedenfalls bin immer wieder frustriert wenn ich mich auf Gugelhupf freue und dann zum x-ten Mal einen Kuchen serviert bekomme, der wohl in einer entsprechenden Form gebacken wurde, aber nach meiner Meinung eben keiner ist. Schnöder Rührteig – kein Hefeteig, das ist Etikettenschwindel! Sie, mit Patissier in der Erbmasse, können Sie mit mir mitfühlen? Oder zumindest zur Ehrenrettung des guten Hefekuchens mal ein entsprechendes Rezept veröffentlichen?
    Herzliche Grüße
    Bernd Kerstiens

    • Barbara Halter sagt

      Lieber Bernd
      Ich mit Patissier in der Erbmasse kann Ihnen selbstverständlich weiterhelfen! Wir haben auch einen Gugelhupf mit Hefeteig auf unserem Blog und diesen kann ich sehr empfehlen! Braucht einfach sehr viel Zeit – die meiste davon aber wartenden, während der Teig aufgeht. Ein perfektes Rezept für einen verregneten Sonntag.
      lieber Gruss
      Barbara Halter

  2. Küchen King Knuth sagt

    Vorhin nachgebacken, eben das erste Stück probiert – Ergebnis schmeckt hervorragend locker und leicht. Vielen Dank! Die Rezepte in meinem Standardkoch-/backbuch hatten immer nur klietschigen schweren Teig produziert.

    Mein Tipp: Statt des Mehls in der gefetteten Gugelhupfform, Zucker verwenden. Dann bekommt der Kuchen einen dünnen knusprigen Rand (Zucker in die Form streuen, Form drehen, Zucker rieselt von allein in alle Ritzen, den Innenkegel durch leichtes schwenken oder schon beim Einfüllen bezuckern).

    Beste Grüße!

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