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Slow-Food-Markt in Hildisrieden

Wer nicht da war, hat was verpasst… der Innerschweizer Slow-Food-Markt auf dem Neuhof in Hildisrieden war schlicht perfekt. Die Stimmung hätte nicht entspannter sein können, das Wetter nicht schöner. Wir schlenderten über den idyllischen Hof (er ist einer von zwölf Archehöfen in der Schweiz, die alte Tierrassen und Kulturpflanzen züchten und pflegen), degustierten Käse und Kirschen, bewunderten die Hühner und Gänse (die in einem schiffförmigen Stall mit Fensterfront hausen) und liessen uns dann unter einem der alten Obstbäume nieder um Glacé zu essen. Meine kulinarische Entdeckung war der geräucherte Ricotta von der Geissäheimet Meierskählen. Von der Konsistenz her ist der Käse wie ein ganz feiner Feta, der Geschmack der Ziegenmilch wird fast ganz vom Raucharoma überdeckt. Toni Odermatt ist mit seinen Produkten auch jeden Samstag auf dem Markt beim Helvetia-Platz in der Luzerner Neustadt. Ebenfalls sehr lecker sind die mit Konfi unterlegten Joghurts der Käserei Molke 7, die es im Hofladen des Neuhofs gibt. Dieser ist täglich geöffnet. Der Hof liegt unterhalb von Hildisrieden, neben der Wirtschaft zur Schlacht Sempach ist der Weg ausgeschildert.

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Vielleicht noch etwas zum Thema Slow Food: Ich hatte in letzter Zeit mehrmals mit Leuten Kontakt, die in dieser Organisation aktiv sind. War an einem Stammtisch des Conviviums Zürich Stadt (in der Schweiz gibt es 19 lokale Gruppen, darunter auch Slow Food Youth), der als Eat-In durchgeführt wird. Das heisst: jeder bringt etwas zu Essen mit und man teilt dann alles gemeinsam. Mein Auftritt war da eher peinlich – habe erst in letzter Minute gesehen, dass man was zum Buffet beisteuern soll, der Kühlschrank zu Hause war komplett leer, sowieso kam ich direkt von der Redaktion und kaufte dann beim Vorbeigehen in der Markthalle einfach einen Tomme Fleurette. Zu Beginn des Abends, als alle am Tisch sassen, machte man eine Runde mit: „Mein Name ist…. und ich habe ….. mitgebracht.“ Naja, neben dem selbstgebackenem Sauerteigbrot, den hartgekochten Eiern von den eigenen Hühnern und dem selbstgezogenen Ruccola fühlte ich mich mit meinem selbstgekauften Stinkkäse ziemlich mickrig. Aber der Abend war spannend. Bisher hatte ich Slow Food vor allem als Vereinigung von männlichen Gourmets gesetzteren Alters wahrgenommen, die Runde in Zürich war dann aber mehrheitlich jung und weiblich, das stimmt doch positiv! Was die Philosophie und Einstellung zum Essen und den Umgang mit Nahrungsmitteln angeht, finde ich mich bei Slow Food wieder. Die Bewegung wurde 1986 in Italien von Carlo Petrini gegründet, als man in Rom gegen eine McDonalds-Filiale demonstrierte. Slow Food (im Gegensatz zum Fast Food…) fördert genussvolles, bewusstes und regionales Essen. Wichtig ist auch die Erhaltung von alten Sorten und Produkten. In Bra, im Piemont, führt Slow Food ihre eigene Universität der gastronomischen Wissenschaften. Und ich denke, der Markt auf dem Neuhof war genau im Sinne von dem, was dort gelehrt wird.

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