Backen, Kochen
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Brennessel-Brötchen

Sie sind der Alptraum jedes Pfadfinders. Beim Berühren die Luft anzuhalten – das machten wir als Kinder so – hilft natürlich gar nix. Wenn einem die Brennnessel erwischt, dann tuts einfach höllisch weh! Trotzdem sollte man dem fiesen Kraut eine Chance geben.

Brennnesseln sind nicht nur sehr gesund (sie enthalten u.a. viel Eisen und Calcium) sondern sehen auch schön aus. Für unseren letzten Koch-Event habe ich kleine Brennessel-Brötchen gebacken, die lauwarm mit Butter zur Vorspeise gereicht wurden. Optisch waren sie ein Hingucker und wurden gleich Teil der Tischdekoration. Sie überzeugten aber auch geschmacklich. Die Blättchen sind nach dem Backen knusprig und schmecken leicht herb. Das volle Aroma der Brennnessel entfalten sich, wenn man Tee daraus macht. Ich mag ihn pur oder gemischt: Dazu ein Zweig frische Minze, einige Blätter Brennnesseln und einen halben Teelöffel Fenchelsamen (im Mörser leicht quetschen bis sie duften) mit einem Liter kochendem Wasser aufgiessen und 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Meine Sammelstelle befindet sich übrigens gleich zwei Minuten von unserer Wohnung entfernt – der nahe Bahndamm ist üppig mit Brennnesseln überwuchert. Mit Schere und einem Sieb in der Hand bin ich dort jeweils am Ernten und so mancher Passant hat sich wohl schon gewundert, was die junge Dame wohl mit diesem Unkraut will… Brötchen backen, eben!

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Brennessel-Brötchen
Ergibt 16 Stück. Den Teig kann man auch am Vorabend zubereiten und über Nacht gehen lassen, dann aber die Hefemenge halbieren. 

Teig:
250 g Mehl (Weiss- oder Ruchmehl)
250 g Hartweizgengriess
1,5 TL Salz
1 TL Trockenhefe
1 EL gehackter Rosmarin
1 EL Raps- oder Olivenöl
325 ml warmes Wasser

16 bis 18 Brennessel-Spitzen (die obersten kleine Blättchen)
etwas Öl zum Bestreichen
grobes Meersalz zum Bestreuen

Mehl, Hartweizengriess, Salz, Hefe und Rosmarin in einer Schüssel gut mischen. Eine Mulde formen und Öl und Wasser dazugeben. Mit einer Kelle zu einem Teig zusammenfügen. Diesen auf die Arbeitsfläche geben und 5 bis 10 Minuten kneten. In eine Schüssel geben, zudecken und an einem warmen Ort (oder über Nacht) auf die doppelte Grösse aufgehen lassen. Das dauert ein bis zwei Stunden.
Brennesselspitzen in einem Sieb waschen, auf ein sauberes Geschirrtuch legen, das Tuch einschlagen und die Blättchen leicht trocken reiben (dabei verlieren sie auch gleich ein Teil der Härchen, die das Brennen auslösen). Mit einer Schere die Blättchen abschneiden – ich arbeite immer zur Vorsicht mit Einweg-Handschuhen.
Teig in 16 Stücke teilen. Ein Brennessel-Blatt in die Mitte drücken, Brötchen formen und zwei bis drei Blättchen auf die Oberfläche drücken. Mit genügend Abstand auf einem Backblech mit Backpapier legen. Jedes Brötchen mit etwas Öl bepinseln und Meersalz darüber streuen. Nochmals 30 bis 40 Minuten gehen lassen.
Im vorgeheizten Ofen bei 220 Grad in der Mitte, 15-20 Minuten backen. Auf einem Gitter auskühlen lassen.

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