Buch, Reisen, Schweiz
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Nach Locarno verreisen

Manchmal braucht es sechs Jahre, bis man einen Plan verwirklicht. Mein erster Besuch in der Villa Novecento war während einer kurzen Recherche für eine Reportage. Wir haben Bilder gemacht, uns das Haus angeschaut, und ich habe mir vorgenommen, ganz bald wiederzukommen. Und wie das so geht, hat es dann etwas länger gedauert. Diesen Sommer besuchten wir endlich die Villa Novecento in Locarno und haben ein paar entspannte Tage im Tessin verbracht. Das kleine Bio-Hotel mit seinen sechs Zimmern ist umgeben von einem Garten mit Olivenbäumen, Weinreben und Blumen. Das Frühstück konnten wir draussen unter der Pergola essen. Im grossen Eingangsbereich mit dem Kamin steht morgens ein liebevoll hergerichtetes und mit Blümchen dekoriertes Buffet bereit – Brot, Bircher-Müsli, Ziegenkäse aus dem Tessin, Trockenfrüchte und Nüsse, Olivenpaste und Mezze, alles was man sich wünscht. Die Villa wird von Susan Engelhard Herdeg geführt. Sie betreut ihre Gäste mit viel Aufmerksamkeit, und man fühlt sich sehr gut aufgehoben.

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Der Blick von der Gartenterrasse rein in den Eingangsbereich der Villa Novecento.

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Das Haus ist über hundert Jahre alt und wurde sanft renoviert. Die sechs Hotelzimmer sind wohltuend schlicht eingerichtet und haben Riemenböden.

Der Bahnhof Locarno liegt nicht weit entfernt. Von dort gibt es viele Möglichkeiten, das Tessin mit dem öffentlichen Verkehr zu entdecken. Wir haben vom Dorf Maggia aus die Rundwanderung durchs Valle del Salto unternommen. Das erste Stück geht zünftig in die Beine, unendlich viele Steintreppen hoch und da wir erst um halb zwölf Uhr starteten (das feine Frühstücksbüffet im Hotel…) war das eine happige und vor allem schweisstreibende Angelegenheit. Sonst ist der Weg traumhaft, Birkenwälder wechseln sich mit Kastanien ab, immer wieder kommt man an kleinen verlassenen Alpwirtschaften vorbei, die nur zu Fuss erreichbar sind und ganz hinten im Tal lockt eine Abkühlung im Fluss. Zurück in Maggia kann man auch baden gehen. Gleich hinter dem oberhässlichen Einkaufszentrum führt eine Strasse an den Fluss zu einem hübschen Plätzchen.

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Sonne und Wolken beim Badeplatz an der Maggia, gleich beim Dorf. Von Locarno fährt ein Postauto hierher.

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Smaragdgrünes Wasser – magisch und kitschig. Nur der Einstig braucht etwas Überwindung.

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Unterwegs, auch mal achtsam schweigend und das grosse Kino geniessend. Die Rundwanderung dauert (mit Pausen) rund fünf Stunden.

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Die Vegetation im Valle dell Salto, eines der schönsten Stücke ist dieser Birkenwald mit den vielen Farn-Pflanzen.

Die Inspiration wieder einmal ins Tessin zu reisen, gab mir das schöne Buch Famiglia Nostrana der Zürcher Fotografin Juliette Chrétien und dem Tessiner Pepe Regazzi. Sie haben sich auf die Suche nach ursprünglichen, authentischen Orten gemacht. Vorgestellt werden zehn Regionen mit ihren Grottis, Unterkünften, Produzenten und Geschäften. Die Villa Novecento ist ebenfalls im Buch drin. Sehr überzeugt hat uns auch das Restaurant Guardian del Farro an der Via Borghese 32 in Locarno. Die Gerichte vom vegetarischen Buffet sind alle von hoher Qualität und sehr gut zubereitet.

Der Reisführer Famiglia Nostrana kann über die gleichnamige Homepage bestellt werden.

Der Reisführer Famiglia Nostrana kann über die gleichnamige Website bestellt werden. Es gibt ihn auf Deutsch und Italienisch. Buchcover-Foto: Juliette Chrétien

 

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