Auf Reisen, Mexiko
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Let’s talk about Tulum

Tulum ist die Lieblingslocation der trendigen, stilbewussten Bloggerszene. Mädels in flatternden Boho-Kleidchen schaukeln in ihrem todschicken Eco-Hotel vor dem türkisfarbenem Meer, es werden Listen aufgestellt, wo man essen und in welchen Strand-Klub man gehen soll. Alles okay, aber auch alles etwas austauschbar. Dieser Bericht beginnt etwas anders – denn am ersten Abend wären wir am liebsten gleich wieder abgereist.

Die Zeiten als man wegen den vielen Mücken in Tulum weg vom Meer wohnen wollte sind längst vorbei. Jene der Hippies in den Bambushüttchen am Strand ebenfalls. Heute ist Tulum zu einem grossen Touristenort geworden, einer mit teils hohem Coolnessfaktor zwar, aber trotzdem. Das mussten wir nach unserer Ankunft erst verdauen – und uns daran gewöhnen, dass hier das Ambiente anders ist als sonst in Mexiko. Einiges ist sogar ziemlich ähnlich wie in Zürich. Kleines Beispiel? Im Restaurant Kitchen Table, am Desk beim Eingang:
„Hi!!!! How are you??? Do you have a reservation?“
„Ähhh, no.“ 
„You can make a reservation for 6 or 9 p.m. But a reservation for the same day is only by phone and we accept reservations maximum one week in advance.“ 
Ein britisches Paar hinter uns, Londoner Akzent: „We already made our reservation back home. We’ve been here last year and it was f-a-n-t-a-s-t-i-c!!!“
Das war sicher nicht gelogen. Aber wir funktionieren nicht so. Ich esse wahnsinnig gern und gegen hübsche Restaurants habe ich nichts einzuwenden. Aber dieses wir-sind-so-hip-und-wenn-du-hier-isst-bist-du-ebenfalls-sehr-hip Getue mag ich nicht. Glücklicherweise kann man diesem Szenario aber auch gut ausweichen. Übrigens: Wir hatten dann doch noch eine tolle Zeit in Tulum und möchten dir hier ein paar Tipps geben:

– Playa oder Pueblo? Tulum besteht aus diesen zwei Teilen: entweder wohnt man am Strand (teuer bis überteuert) oder im Ort (moderat). Wir haben uns für zweites entschieden und waren im Posada 06. Bis an den Strand sind es ungefähr vier Kilometer, dafür mietet man am besten ein cooles Fahrrad.

– Fahrräder. Es gibt sogar einen Fahrradweg und ich habe die tägliche Tour an den Strand sehr genossen. Man macht ja sonst nicht viel. Wichtig: eine Taschenlampe mitnehmen! Die Räder haben kein Licht, die Strassen sind unbeleuchtet und da man ja meistens gern auch noch den Sonnenuntergang am Strand verbringt, wird die Rückfahrt sonst abenteuerlich-gefährlich.

– Welcher Strandabschnitt? Wir waren meist am öffentlichen Beach, nähe der Maya-Ruinen, nach dem Hotel Mezzanine. Dort ist das Publikum sehr gemischt – von mexikanische Familien mit Kühlboxen randvoll mit Cerveza bis durchtrainierten Yoga-Menschen – und es hat Palmen und Sträucher, die Schatten bieten. Je weiter man südlich geht, desto verbauter wird es. Zwischen Strasse und Meer steht dann eine Wand aus Hotelanlagen.

– Essen in Tulum Pueblo: das Angebot an Restaurants ist riesig, vom Hotel Posada 06 erreicht man alle easy zu Fuss. Unsere Favoriten:

El Sudaca Empanadas Argentinas: vier Tische auf der Strasse, eine Theke und die super leckersten, hausgemachten Empanadas (gefüllte Teigtaschen), die man sich vorstellen kann. Unsere Lieblinge: Campi (Pilze, Weisswein und Käse) und Cibolla (Caramelisierte Zwiebeln und Blauschimmelkäse).

UNO Japanese Noodles: ebenfalls winzig, coole-lockeres Ambiente. Auf der Karte stehen Sushi, Wokgerichte und Nudelsuppen. Die Japanische Küche wird hier mit sehr viel freestyle interpretiert. Die veganen Sushi sind zum Beispiel in Gurke gewickelt statt Algen. Eingelegte Chili auf dem Tisch fehlt auch nicht. Nicht verpassen: das Ingwergetränk mit Milch.

KI’BOK: Hippster-Alarm – doch der Kaffee ist einfach zu gut. Und dazu ein Carrot-Cake-Muffin! In der selben Strasse gibt es viele Kaffees, Bars und Restaurants –  zum Beispiel das El Bacaro (für Pizzas sehr empfohlen, Pasta okay aber Mini-Portionen, Service nett aber eher lazy)

Tulum Art Club: die ruhige Alternative zum KI’BOK. Eine nette Galerie mit Café, auch zum Frühstücken.

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