Illustration, In der Küche, Märkte, Schweiz
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Salumi e Formaggi. Oder ein Tag in Bellinzona

Aussteigen –  statt vorbeifahren! Bellinzona eignet sich wunderbar für einen kleinen Samstags-Ausflug: Cappuccino trinken, über den Markt schlendern und faul an der Sonne liegen, mehr braucht es nicht für etwas Ferien-Feeling. 
Manchmal hat einem der Alltag so fest in der Zange, dass man dringend einen kleine Abwechslung braucht – aber keine Energie hat, sich diese zu organisieren. In solchen Fällen fahren wir nach Bellinzona. Seit dem neuen Gotthard-Tunnel ist die Reise superschnell geworden und meist empfängt einem in Airolo die Sonne.

Vom Bahnhof ist man zu Fuss in ein paar Minuten in der Altstadt und auf der malerischen Piazza Collegiata. Cappuccino-Time? Unbedingt! Die Cafebars haben alle rausgestuhlt (sehr italienisch: so weit man blickt nur Monobloc – stilistisch auf dem gleichen Niveau wie all die Deutschschweizer im funktionalen Radler-Tenue und den karierten Kurzarmhemden) und man kann in aller Ruhe die imposante Marmorfassade der Kirche La Collegiata auf sich wirken lassen. Am Samstagmorgen sind die Gassen und Plätze der Altstadt von Marktständen gesäumt. Das Angebot ist abenteuerlich-vielfältig: vom billigen China-Plunder bis zum Slow-Food-Käse aus dem Tessin kriegt man so ziemlich alles. Fleischfans finden eine riesige Auswahl an getrockneten Wurstwaren. An mehreren Ständen köchelt in grossen Kupferkesseln Polenta, die gegen Mittag in grosszügigen Portionen verkauft wird. Und es gibt sogar einen Inder. Seine Samosas, Currys und Dals sind sehr zu empfehlen. Bei diesem Angebot gibt es nichts Besseres als ein Picknick: Polenta, Formaggini, ein Stück Fogaccia – und ab ins Grüne. Gleich bei La Collegiata führt eine schmale Gasse hoch zum Castello di Montebello. Die ausgetretenen Stufen und Palmen auf dem Weg sorgen für mediterranes Flair. Auf der Wiese vor der Burg kann man seine Decke hinlegen, über die Altstadt und das Tal blicken. Ein Olivenbaum spendet Schatten, eine feine Brise bringt Frische. Wunderbar! Gegenüber trotzt das Castelgrande auf einem Felsen, wie das Castello di Montebello ebenfalls Unesco-Welterbe und unbedingt auch einen Besuch wert. Die alte, begehbare Stadtmauer macht Spass zum Entdecken.Am Nachmittag scheint die Altstadt dann wie ausgestorben, die Marktstände sind weggeräumt und die alten Fassaden der Häuser wirken nun viel mehr. Wir setzen uns auf die Stufen von La Collegiata und verabschieden uns mit einem Gelato von Bellinzona. A presto!

 

 

 

 

 

 

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