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Granola mit Blüten – inspiriert aus Åland

Etwas vom Schönsten in Finnland sind die Saunas, die es in jedem Haus gibt. Seit ich auf Åland war, weiss ich auch, wie man eine solche selber einheizt. Oder: wie es sicher nicht klappt! 

Doch von vorne. Åland ist ein Archipel aus über 6700 Inseln und Schären und liegt zwischen Stockholm und Helsinki. Die Gruppe gehört zu Finnland, die Bewohner sprechen aber Schwedisch. Das Leben auf den Inseln verläuft gemächlich, es hat wenig Einwohner und viel Natur. Während ein paar Wochen im Sommer kommen die Touristen, danach ist es wieder ruhig. Auf der Schäreninsel Sviskär ist man das ganze Jahr alleine, es steht dort nur ein einfaches, gemütlich eingerichtetes Ferienhaus ohne Strom und fliessendes Wasser.

Johan, ein freundlich-schweigsamer Åländer, brachte uns mit dem Boot auf die Insel, er zeigte uns die Hütte und die Sauna am Meer, stellte eine riesige Kiste mit Suppe, Käse, Wein, Brot, Salat, Saft, hausgemachtem Granola sowie eine Thermoskanne Kaffee (essentiell in Finnland!) vor die Türe und verschwand. Wir tranken erst Kaffee (was sonst!), assen dazu Kuchen und beschlossen einen Spaziergang um unsere Insel zu machen. Erst aber noch die Sauna einheizen! Holz und Papier rein, anzünden und tschüss…

Tja, nach fast zwei Stunden Spaziergang (die Insel ist zwar klein, aber auch nicht sooo klein und überall gibt es weiches Moos und Steine zu bewundern), war die Sauna lauwarm statt heiss und es brauchte einiges an Geduld bis der Ofen so richtig einheizte. Aber: das war jede Mühe wert, in einer kleinen, selbstgezimmerten Sauna mit Fenster zum Meer zu sitzen, ist unvergleichlich gediegen.
Einen Tag später holte uns Johan wieder ab und zeigte uns die Hauptinsel Silverskär, auf der Gruppen Ferien machen oder Firmen Retreats abhalten. Dort befindet sich auch eine grosse Küche, in der unsere Verpflegungskiste gefüllt wurde. Eines meiner Highlights darin war das selbstgemachte Granola mit Blüten (Koch Gustav: „Wir hatten einfach jede Menge Blumen…“). Als ich mir kürzlich vornahm, die getrockneten Rosenblüten aus unserem Garten nicht wieder ein Jahr lang im Schrank zu vergessen, machte ich es kurzerhand wie Gustav.

Granola mit Rosenblüten

Granola machen ist keine exakte Wissenschaft. Die Mengenangaben darf (soll!) man entspannt angehen. Und wenn es halt nur Mandeln im Vorratsschrank hat, dann müssen es keine Pistazien sein. As you like. 

250 g 4-Korn-Flocken (grob)
100 g Nüsse (z.B. Mandeln und Cashew)
100 g Kerne und feinere Nüsse (z.B. Sonnenblumenkerne, Pistazien, Buchweizen, Kokos-Chips)
2 EL Vollkornmehl
4 EL Kokosöl
3 EL flüssiger Honig oder anderes Süssmittel (z.B. Reissirup)
1 TL Dessertgewürz Dunya von Chalira
2 Hand voll getrocknete Rosenblüten (unbedingt ungespritzte)
10 getrocknete Datteln, Aprikosen oder andere Dörrfrüchte

In einer Schüssel Flocken, Nüsse (halbiert), Kerne und Vollkornmehl mischen. Das Kokosöl mit dem Honig in einer Pfanne erwärmen, Gewürz dazugeben und alles zur Müesli-Mischung geben. Gut miteinander vermischen. Sollte es zu trocken sein, noch etwas Wasser oder Süssmittel daruntermischen. Die Mischung auf einem Backblech mit Backpapier verteilen und bei 180 Grad ca. 15 Minuten backen. Dabei die Mischung ab und zu etwas bewegen und vor allem gut überwachen, damit sie nicht zu braun wird (das geht manchmal schneller als einem lieb ist).
Das Blech rausziehen, etwas auskühlen lassen, dann die Rosenblüten und die Dörrfrüchte (in Stücke geschnitten) auf dem leicht warmen Granola verteilen. Auskühlen lassen und in eine Vorratsdose abfüllen.

Über Åland habe ich eine Reisereportage geschrieben, sie ist im Magazin SI GRUEN erschienen, mit tollen Fotos von Véronique Hoegger. Die Geschichte lesen

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