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Von Oaxaca an die pazifische Küste

Es war keine Liebe auf den ersten Blick: Der Hoteltipp stellte sich als Absteige heraus und am ersten Abend assen wir in einer Touristenkneipe. Doch nach vier Tagen – inkl. Umzug in ein gutes Hotel – fanden wir: Doch, moll, in Oaxaca könnten wir uns sogar vorstellen zu leben! 

Oaxaca de Juarez heisst die Stadt mit vollem Namen, sie liegt ungefähr vier Busstunden südlich von Mexico City. Ihr Zentrum gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Und dort, rund um die Kirche de Santo Domingo, die bei jeder Tageszeit eine tolle Kulisse hergibt, sind auch die besten Orte zu entdecken. In den Strassen haben junge Künstler ihre Ateliers und Galerien. Viele stellen Drucke her, mit Siebdruck oder Linolschnitt. Die Sujets ähneln sich, sind oft politisch, wie die Arbeiten der Gallerie Taller Artistico Comunitario. Sie spiegeln die Konflikte zwischen der indigenen Bevölkerung und der Regierung.

Um die Kunst und Kultur der prähispanischen Zeit dreht sich alles im Museo de las Culturas de Oaxaca. Neben den Ausstellungsstücken ist auch der Bau unglaublich schön. Das Museum ist im ehemaligen Kloster der Kirche des Santo Domingo untergebracht. Wir haben uns in den schlichten, renovierten Räumen und Gängen verloren und Stunden verbracht. Nur schon der Ausblick runter auf den Botanischen Garten ist toll. Besuchen kann man diesen auch: allerdings kommt man nur mit einer Führung rein, da in der vergangenen Zeit viele Pflanzen gestohlen wurden. Mit einer Gruppe macht der Garten nicht so Spass (die Guides sprechen zudem nur Spanisch), aber um die vielen Kakteen zu sehen, bleibt einem gar nichts anderes übrig.

Die Stadt erlebt zurzeit grad einen Foodie-Boom, sehr angesagt ist die traditionelle Mexikanische Küche und natürlich Mezcal. Der Agaven-Schnaps wird in der Region hergestellt. Ein guter Ort, um solchen zu trinken und zu kaufen, soll die Bar Los Amantes sein. Überprüft haben wir es nicht. Alles etwas zu hiphip und mir persönlich ist Mezcal sowieso viel zu stark. Mit Schnäpsen kann ich nicht viel anfangen. (Kommt mir ja nicht mit einer Zuger Kirschtorte!)

Als Vegetarier hat man es in der Mexikanischen Küche nicht ganz einfach (und wenn man nicht wirklich Spanisch spricht umso mehr), doch irgendwie habe ich immer was auf der Karte gefunden – und zum ersten Mal Nopales (Kaktus) gegessen. Hier drei Tipps für Restaurants:

Naranja Dulce: ein entzückender winziger Imbiss gleich hinter der Kirche des Santo Domingo. Perfekt, um sich Mittags Tortas Vegetariana (ein Sandwich) und einen Saft zu holen. Alles wird gleich frisch gemacht.

Casa Oaxaca: ebenfalls gleich bei der Kirche des Santo Domingo. Traditionelle, gehobene Mexikanische Küche, tolle, romantische Dachterrasse, es hat aber auch eine schöne Bar – falls man nicht reserviert hat und auf einen Tisch warten muss. Das Restaurant ist sehr beliebt!

Boulenc: Der Ort zum Frühstücken! Restaurant mit eigener Bäckerei, in die man reinschauen kann. Sehr lecker sind die belegten Sauerteigbrot-Schnitten, zum Beispiel mit Avocado oder Knoblauch. Von aussen sieht der Ort unscheinbar aus, drinnen ist es sehr gemütlich und verwinkelt.

Wenn man in Oaxaca ist, muss man unbedingt einen Trip an die Pazifikküste einplanen – auch wenn der Weg viel länger dauerte, als er auf der Karte aussieht. Das kurze Stück ist in Realität eine kurvenreiche Strecke durch die Berge (Minibus, zur Unterhaltung ein amerikanischer Ballerfilm, gleich vor uns ein kotzendes Kleinkind), irgendwie hätten wir auch selber darauf kommen können: Oaxaca liegt auf rund 1550 Metern, das braucht etwas Zeit bis zum Meeresspiegel runter.
Wir verbrachten eine Woche im Hotel Arigalan bei der supernetten und herzlichen Gastgeberin Rose. Ihr Hotel liegt zwischen Mazunte und San Augustinillon, hoch über dem Meer, mit traumhaften Weitblick über den Pazifik. Das Grundstück ist verbunden mit dem Hridaya Yoga Center, viele der Gäste nehmen dort am Retreat teil. Vom Hotel gelangt man über eine steile Treppe direkt an den Strand von Augustinillon. Das Meer ist rau, die Stimmung verzaubert. Man fühlt sich an einem besonderen Kraftort. In bester Erinnerung sind mir die Pelikans, die gern knapp über den Wellen fliegen, als wollten sie surfen.

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