Autor: Barbara Halter

Blaues vom Blech

Auberginen, Blaue Kartoffeln, Brombeeren, Zwetschgen oder Heidelbeeren, momentan haben es mir das violette Gemüse und die blauen Früchten angetan. Im nahen Hofladen fand ich Blaue St. Galler sowie Zwetschgen und kochte daraus zwei Gerichte für das sonntägliche Abendessen. Dass beides auf dem Blech zubereitet wird, ist Zufall.

Seesicht mit Roman Signer

Im Sommer, besonders in einem so schönem und heissen wie diesem, entdecken Herr und Frau Schweizer ihr mediterranes Ich und sitzen bis tief in der Nacht in ihrer Lieblingsbadi. Auch für uns gehört der abendliche Besuch in der Badi Seeliken einfach dazu. Mit dem Rad durch die Altstadt pedalen, bei Sonnenuntergang vom Holzsteg ins Wasser springen und die Tropennächte mit einem kühlen Bier zelebrieren, macht Laune.

Brownies mit Himbeeren

Himbeeren und Schokolade ergeben ein wunderbares Paar. Die saure Beere macht den Brownie leicht und fruchtig. Theoretisch zumindest. Ich habe letzte Woche ein Blech von diesen Brownies für das Waldstock Festival gebacken – am Donnerstagabend waren alle weg und scheinbar sind sie in bester Erinnerung geblieben, zwei Tage später kam nochmals ein Gast an den Kafiwagen und fragte nach den Brownies…

Ice Ice Baby

Trommelwirbel… Albertines hat sich frischgemacht. Re-Design nennt sich das in meiner Branche und ist die Lieblingsmassnahme der Verlage, wenn die Leser wegbleiben. Das haben wir dank Euch natürlich nicht nötig. Wir hatten einfach Lust, unsere Seite übersichtlicher zu gestalten und mehr wie ein Magazin daherzukommen. Auf der Startseite sind einzelne Artikel hervorgehoben und nach Themen geordnet, dazu gibt es eine klassische Blog-Ansicht, wo alle Beiträge nach Erscheinungsdatum untereinander erscheinen. Wir sind gespannt, was ihr dazu sagt!

Albertines besucht den Street Food Market Luzern

Wenn ich Street Food höre, dann denke ich vor allem an Asien. An Bangkok, wo praktisch an jeder Strassenecke irgendein Gefährt mit Ananas, Fleischspiesschen oder Papayasalat steht – natürlich vor Ort frisch aufgeschnitten und zubereitet. Oder an die Flohmärkte in Brooklyn, die mehr Esswaren als alte Sachen verkaufen. Nun wird Street Food bei uns gerade richtig trendig.

Spargelsalat mit Quinoa

Nein, das ist kein Lauch – ceci est ein Knoblauch. Ein junger, frisch geernteter Knoblauch. Mitgebracht habe ich diesen vom Schaffhauser Wochenmarkt. Die Bäuerin vom Ruppenhof hat mich auf die jungen Knollen aufmerksam gemacht. Kannte ich bis jetzt noch nicht. Das Aroma des Knoblauchs ist in dieser Jahreszeit noch ganz mild, vergleichbar mit Bärlauch.

Frühlings-Minestrone mit Spargeln

Die Spring Minestrone von Heidi Swanson ist bei mir zu einem Klassiker geworden – wie ihr Foodblog, den ich seit mehreren Jahren lese. Vielleicht kann man sogar sagen, dass sie Schuld daran ist, dass ich nun selber blogge. Heidi Swansons 101 Cookbooks war einer der ersten Blogs, den ich verfolgte und bis heute ist er einer meiner liebsten geblieben.

Basel für Foodies

Im Februar war ich für das Magazin SI GRUEN in Basel unterwegs. Flurina Rothenberger hat die Fotos zur Reportage gemacht. Wenn ich auf einer Recherche bin, läuft das Hirni ständig auf Hochtouren. Da sind all diese vielen Eindrücke, Menschen und Informationen, die man sich einfach mal reinzieht. Zurück im Büro, wird dies alles dann geordnet. Nach der Recherche in Basel musste ich (verfressen wie ich bin) vor allem an Limettentörtchen, Cannelés und andere feine Dinge denken: Hei… eigentlich haben Flurina und ich in Basel vor allem geschlemmt und viel Kaffee getrunken. Hier meine Top 3 für Foodies:

Chili con Tofu

Kommt euch das bekannt vor? Endlich Wochenende, endlich Zeit zum Ausschlafen… und dann liegt man frühmorgens hellwach im Bett und im Kopf drehen sich die Gedanken – beginnt so die senile Bettflucht? Okay, ich bin heute zu erledigt, zu müde, zu gaga, um noch was Intelligentes von mir zu geben. Aaaaaber…. ich habe da schon mal was vorbereitet, um es in der Sprache der TV-Köchinnen zu formulieren.

Tofu-Brotaufstrich

Ich war früher ein richtiges Wurstkind. Beim Metzger freute ich mich über das Wienerli-Rädli, das es nach dem Einkauf gab. Abends assen wir meist Café Complet und ich langte bei Aufschnitt und Salami zünftig zu. Ich habe das Gefühl, dass zu dieser Zeit bei viele Familien ähnliches auf den Tisch kam. Oder wie war das bei euch? Mir kommt bei diesem Thema halt auch gleich die Wurstserie des Künstlerduos „Fischli und Weiss“ in den Sinn, die sie 1979 gemacht haben.

Quinoasalat mit viel Grün

Klären wir erst die Aussprache. Kinwa sagt Wikipedia. Ich sage „Qu-i-no-a“ und liege somit also völlig falsch. Egal. Quinoa kommt aus Südamerika, zählt zu den Pseudogetreidearten und enthält keine Gluten. Es enthält viel Eiweiss und ist darum ideal für Vegetarier. Als ich letzte Woche von Helsinki nach Zürich flog, gab es an Bord Quinoa. Erstaunlich, oder?

Blutorangen-Konfitüre

Schon einen Osterbrunch geplant? Hier noch eine kleine Inspiration. Unser Vorrat an Konfitüren schwindet und so habe ich mir überlegt, was man im Winter für Früchte einkochen könnte. Ich habe es mal mit Blutorangen versucht und bin sehr happy mit dem Resultat. Es braucht nicht viel dafür, statt alle Orangen von Hand auszupressen habe ich mir Saft gekauft und drei Früchte reingeschnippelt. Ein Schluck Apérol rundet die Sache ab und macht Laune auf den Sommer… Blutorangen-Konfitüre Ergibt ungefähr 4 Gläser.  3 Blutorangen 7,5 dl Blutorangensaft 500 g Gelierzucker 2:1 Blutorangen schälen und filetieren. Dabei den Saft auffangen. In einer Pfanne Saft, Orangen und Zucker aufkochen. 5 Minuten sprudelnd kochen, dann Gelierprobe machen: einen TL Konfitüre auf einen Teller geben, wenn sie sich abgekühlt hat, sollte sich ein Häutchen bilden, bzw. die Konfitüre eine dickflüssige Konsistenz annehmen. Wenn die Probe gelingt, heisse Konfitüre in Gläser füllen (diese 15 Minuten vor dem Abfüllen mit kochend heissem Wasser füllen, um sie zu sterilisieren) und den Deckel zuschrauben. Verfeinerung: Rosmarin: 2 Zweiglein mitkochen und vor dem Abfüllen entfernen Apérol: nach der Gelierprobe zwei gute Schlücke …

Knusperbrot Variationen

Das Knusperbrot – oder „No Knead Bread“, wie das genialste Brotrezept der Welt heisst, hat über Albertines einige treue Anhängerinnen gefunden. Ich wurde inzwischen einige Male gefragt, wie man das Rezept abändern kann und stelle euch hier zwei verschiedene Varianten vor: ein süsses Sonntagsbrot und ein Dinkelvollkornbrot. Die Zeichnungen dazu sind eine Liebeserklärung an den Römertopf. Das coole Teil, das im Zeitalter von Steamer und Hightech die Küche so schön erdet. Sonntagsbrot 430 g Zopfmehl 1/4 TL Trockenhefe 1 1/2 TL Salz 1 TL Zucker 50 g Sultaninen 3,5 dl Milchwasser (halb Milch, halb Wasser) Mehl, Hefe, Salz, Zucker und Sultaninen in einer Schüssel mit dem Milchwasser mischen (nicht länger als eine Minute von Hand rühren, nicht kneten!). Zugedeckt 12 Stunden (es kann auch 2 bis 3 Stunden länger sein) stehen lassen. Römertopf (oder Gusseisentopf) im Ofen bei 250 Grad 10 Minuten aufheizen. In der der Zwischenzeit Teig mithilfe eines Schabers aus der Schüssel nehmen, auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben. Jede Seite einmal nach innen falten (wie ein Couvert) und drehen. Darauf achten, dass nicht zu viele …

Omeletten mit Bärlauch

Eine unschöne Magen-Darm-Angelegenheit hat Piri und mich letzte Woche lahmgelegt. Für ein paar Tage haben wir uns nur noch von Toast, Reis, Cola und Zwieback ernährt. Erstes kulinarisches Highlight auf dem Weg der Besserung waren diese Omeletten. Ich konnte es mir nicht verkneifen (Schonkost ist nicht so meins…) aus dem Garten etwas Bärlauch zu holen. Die schönen Tage haben die feinen Blättchen aus der Erde getrieben. Dunkelgrün leuchten sie auf dem dunklen, winterlichen Boden und müssen einfach gepflückt werden. Zusammen mit Feta und Avocado, eingerollt in einer Omelette schmecken sie einfach herrlich! Ein super einfaches Nachtessen oder auch für einen Brunch perfekt – und ja, unsere Mägen haben den Bärlauch bestens vertragen. Omeletten mit Bärlauch Für 2 Personen, ergibt pro Person mindestens 2 Omeletten. Der Teig hält auch einen Tag im Kühlschrank, falls etwas übrig bleibt.  150 g Mehl 1/2 KL Salz 3 Eier 3 dl Milchwasser (halb Milch, halb Wasser) 100 g Feta, zerkrümelt 1 Avocado, in Würfelchen 1 Handvoll Bärlauch Pfeffer Mehl in eine Schüssel geben, Salz beifügen, Eier und Milchwasser in einem Massbecher gut mischen und langsam …

Oh du goldene Orange

Dieses Licht haut mich gerade ziemlich um. So grell und hell und fadengrad. Das Aufstehen am Morgen geht wieder so leicht. Im Garten hat es noch Frost, doch die Schneeglöckchen halten tapfer dagegen und schon am Mittag wärmt einem die Sonne das Gesicht. Hallo Frühling, schön bist du da! Hier wieder mal ein Rezept fürs Frühstück: Ich habe morgens immer Hunger und esse phasenweise mal Müesli, Porridge dann wieder Honigbrötchen. Mein momentanes Lieblingsfrühstück ist Orangensalat mit Datteln. In den vergangenen grauen Monaten war es der Motor, um wach und fit zu werden. Statt mit Joghurt mische ich die Orangen mit etwas Mandelmus, das gleicht die Säure aus und macht den Salat süss und cremig. Orangensalat mit Datteln Für 2 Personen. Mandelmus gibt es im Bio-Laden zu kaufen. Natürlich kann man auch Blutorangen verwenden.  3 Orangen 3 getrocknete Datteln 1 EL Mandelmus 1 TL Chia-Seeds (optional) Orangen mit dem Messer rüsten und in mundgerechte Stücke schneiden. Mit dem Saft in eine Schüssel geben. Orangen mit fein geschnittenen Datteln und Mandelmus mischen. Chia-Seeds darüberstreuen.

Vanilla County

Wir von „Albertines“ haben ein paar Tage frei genommen und sind ins Engadin gefahren. Während es vor dem Fenster Leintücher schneit, schreibe ich diesen Text. Es gibt wohl keinen grösseren Sprung als von einem verschneiten Schweizer Bergdorf ins Indische Kerala. Der März wäre aber auch eine ideale Zeit, um Baby Mathew und seine Frau Rani zu besuchen. Wenn ich mich an die Tage in ihrem Homestay Vanilla County in den Hügeln von Vagama zurückerinnere, denke ich vor allem an Ruhe, Natur, wunderbares Essen und natürlich an die elegante, leicht melancholische Villa im Kolonialstil. Der Pfefferanbau und die Katschukbäume hatten die Familie einst wohlhabend gemacht, heute könnten sie die Farm ohne die ausländischen Gäste aber nicht mehr weiterführen. Nach unserer Ankunft konnten wir gleich am langen Esstisch Platz nehmen. In der Mitte standen verschiedene Currys mit Fleisch, Fisch oder Gemüse, dazu Reis und Chutneys. Jeder bedient sich, traditionellerweise isst man in Kerala dann von einem Bananenblatt. In der südindischen Küche wird viel Kokosnuss verwendet und mit Curryblättern und Tamarinde gewürzt. Als Beilage gibt es vor allem Reis, selten Fladenbrot. Im „Vanilla County“ wird man schon beim Frühstück …

Yotam Ottolenghi: Vegetarische Köstlichkeiten

Yotam Ottolenghi wird seit einiger Zeit mächtig abgefeiert. Logisch, haut der Verlag in die Tasten, wenn von ihm ein neues Kochbuch erscheint. „Der lang ersehnte Nachfolger zu »Genussvoll vegetarisch«: Kultautor Yotam Ottolenghi legt nach und liefert neue Geschmacksexplosionen!“ liest man da und erfährt etwas weiter unten im Text, dass dessen Restaurants und Delis zu den „Kultadressen der britischen Hauptstadt zählen„. Soviel Kult ist fast ein bisschen abschreckend. Das erste Kochbuch von Ottolenghi steht bei mir ebenfalls in der Küche. Ich finde es sehr schön zum Durchblättern, aber nicht alltagstauglich. Seine Rezepte haben es bei mir nie geschafft, mehr als einmal gekocht zu werden. Also kein Kult. Nun habe ich trotzdem sein neues Buch gekauft. Das lag weniger am Werbetext, als vielmehr an meinen Flugmeilen, die Ende des Jahres abzulaufen drohten und mit denen ich jeweils auf books.ch shoppen gehe. Kurz vor unserer Silvester-Party sass ich am Computer und schwankte zwischen der TV-Serie  „True Detective“ und „Vegetarische Köstlichkeiten“. Man kann nun meine Wahl als verfressen interpretieren – ich jedenfalls bin sehr happy mit dem Kauf! Es ist schwer zu beschreiben, was den Unterschied zum Vorgänger macht. Die Zutatenlisten für …

Fumetto & Federkohl

Superhelden auf dem Teller! Bis zum Fumetto ist es nicht mehr weit, denn die 23. Ausgabe des Internationalen Comix-Festivals findet schon vom 7. bis 15. März statt. Wer bei Comics nur an Mickey Mouse, Superman oder die Peanuts denkt, wird in Luzern überrascht. Neben Zeichnungen und Collagen werden auch Installationen und Objekte im Raum gezeigt. Der junge Schweizer Künstler Beni Bischof war schon hier, wie auch Altmeister Robert Crumb. Ausgestellt wird sowohl im Kunstmuseum Luzern als auch im alternativen Neubad. Wir besuchen das Fumetto jedes Jahr, nehmen uns einen Tag Zeit (inklusive Kaffeetrinken, Essen und Bücher kaufen) und geben uns gerne die volle Kanne Kunst. Ich kenne meistens nicht einen Namen im Programm, was aber gar nichts macht, denn auf die Kuratoren des Festivals kann man sich verlassen. Neben den grossen Ausstellungen werden verteilt über die Stadt in Restaurants und Geschäften sogenannte Satelliten eingerichtet – dieses Jahr zeigt Piri eine Auswahl seiner Food-Bilder von Albertines im Restaurant Neustädtli. Vernissage ist am 26. Februar von 19 bis 21 Uhr. Die Ausstellung dauert bis zum Ende des Fumetto Festivals. Es gibt einige der Bilder als Reproduktionen zu kaufen. Hingehen!

Marmorgugelhupf

Mit dem letzten Teil meiner kleinen Engadin-Serie schwelge ich etwas in Erinnerungen… Wie ja einige von euch sicher gelesen haben, hütete ich ein Haus in Scuol und schaute zu drei Katzen. Im November ist es im Unterengadin extrem ruhig. Die meisten Hotels und Restaurants haben geschlossen, abends hat man das Thermalbad und die Sauna fast für sich alleine und da dieses Jahr der Schnee so lange ausgeblieben ist, konnte man perfekt wandern. Dazu gab es wunderbar warme und sonnige Tage, die ich auf der Terrasse des Hauses genossen habe. Während meiner Zeit in Scuol besuchten mich viele Freunde. Sie kamen hoch für ein entspanntes Wochenende oder zum Arbeiten – wie Anne das gemacht hat. Zusammen mit ihr ist diese Geschichte entstanden. Die Gugelhupfform, die in Benys Küche so dekorativ hängt, hat mir von Anfang an „back mit mir“ zugeflüstert. Da kann man ja schlecht widerstehen. Anne ist in Hamburg aufgewachsen und kommt sozusagen aus dem Kaffee-und-Kuchen-Land. Ihre Mutter bäckt sehr gerne und früher stand bei ihnen zu Hause regelmässig irgendein Kuchen auf dem Küchentisch. Daneben …

Ofengemüse

Während meiner Studienzeit in Bern wohnte ich mit Dania und Nathalie in einer WG im Breitenrain. Wir waren alle drei Vegetarierinnen und kochten gerne. Studentenfrass gab es bei uns nie. Unsere Küche war gleichzeitig unser Wohnzimmer. Nicht, dass sie besonders geräumig gewesen wäre, aber die Wohnung hatte halt nur drei Räume. Umso gemütlicher gestalteten sich die Abende. Auf der alten Stereoanlage mit defektem CD-Player lief meist „Sounds“ auf DRS 3 oder Musik ab einer Kassette. Am Montag, Dienstag und Mittwoch war jeweils eine von uns für das Nachtessen zuständig. Bei Nathalie gab es regelmässig Ofengemüse, das wir alle liebten. In den Jahren ist dieses Rezept bei mir zu einem Klassiker geworden, der je nach Saison immer wieder ganz anders schmeckt. Als Basis nehme ich Kartoffeln. Im Sommer kommen Zucchini, Auberginen oder Tomaten dazu. Im Winter Randen, Kürbis, Sellerie oder Karotten. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Einfach das ausprobieren, was im Kühlschrank vorhanden ist… Zum Gemüse passt ein Kräuter-Quark (Quark, fein geschnittene Kräuter, ein paar gehackte Kapern, eine gepresste Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer mischen) oder heisser Schafskäse, der in Backpapier verpackt, mit dem Gemüse auf …

Merry Christmas!

 Bei uns bringt dieses Jahr Ganesha die Geschenke und lässt uns vom Engadin träumen. Von den kleinen Dörfchen, die wir im Herbst durchwandert haben. Von den orangefarbenen Lärchen und den Bergen. Der Duft nach Zimt, Anis und Nelken erfüllt unsere Küche zu Hause, auf dem Tisch steht ein frischgebackener Luzerner Lebkuchen. Diesen mag ich besonders gerne: er geht schön auf, ist überhaupt nicht trocken – und er erinnert mich an meine Kindheit. Meine Mutter hat diesen Lebkuchen immer in der Adventszeit gemacht. Und alle Jahre wieder – rufe ich sie im Dezember an und frage nach dem Rezept. Denn das Zettelchen mit den schnell hingekritzelten Notizen verschwindet immer wieder wie von selbst… soviel zu meiner Ordnung. Dieses Mal schickte mir meine Mutter per Mail eine überarbeitete Version. In diese kommt etwas Kirsch in den Teig und der Rahm wird geschlagen. Schmeckt gut! Verbesserungsfähig ist die Gewürzmischung, die ich in der Migros gekauft habe. Ich finde darin den Anis etwas zu dominant. Kennt Ihr eine feinere Mischung? Wo gibt es das ultimativ gute Lebkuchengewürz? Luzerner Lebkuchen Für eine Springform von 20 bis 22 …

Asiatische Linsensuppe

Für sich alleine zu kochen macht wenig Spass, das ist mir kürzlich wieder bewusst geworden. Ich weilte im November für drei Wochen im Engadin, hütete das Haus von Beny Steiner und schaute zu ihren drei verfressenen Katzen, während sie in Bali arbeitete. Die erste Woche war ich ganz allein und genoss das sehr. Ich schrieb, las, unternahm Spaziergänge, entspannte mich in der Sauna – nur, die Lust am Kochen blieb für einmal aus. Wenn niemand da ist, der sich mit einem an den Tisch setzt und die Freude am Essen teilt, lohnt sich die Zeit in der Küche nur mässig. Ich habe mich dann trotzdem überwunden. Käse und Brot sind zwar eine unschlagbare Kombination aber auf Dauer öde. Die Asiatische Linsensuppe passt in solchen Fällen immer. Sie ist schnell zubereitet und beim Kochen verbreitet sich ein aufregender Duft nach Zitronengras, Ingwer und Limettenblätter. Zu Hause habe ich im Schrank einen grossen Vorrat an getrockneten Limettenblättern, die ich einmal in einem Asia-Shop gefunden habe. Wenn man keine solche Blätter zur Hand hat, schmeckt man die Suppe am Schluss einfach mit Zitronensaft …

Selleriesalat mit Orangen

Hier eine kleine Ergänzung zum letzten Beitrag, dem Interview mit Claudio Del Principe. Ich bin gerade dabei sein Kochbuch „Italien vegetarisch“ durchzukochen – und sehr begeistert von seinem „Selleriesalat mit Blutorangen“. Gerade jetzt wo überall Süsses rumliegt, tut dieser Salat besonders gut. Er ist extrem schnell zubereitet und bald sollten auch Blutorangen erhältlich sein. Ich habe es noch mit Blondorangen gemacht, schmeckte auch Buonissimo! Selleriesalat mit Blutorangen für 4 Personen 1-2 Blutorangen 6 Stangen Staudensellerie Olivenöl extra vergine Weissweinessig feines Meersalz schwarzer Pfeffer aus der Mühle Orangen schälen und dabei auch die weisse Haut entfernen. Fruchtfleisch in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Kerne entfernen. Sellerierippen mit dem Sparschäler abziehen, Sellerie abbrausen, abtropfen und in 1 cm kurze Stücke schneiden. Innere Blätter kleinschneiden und zur Seite stellen. Sellerie auf Tellern verteilen und mit Olivenöl und Weissweinessig beträufeln. Salzen und pfeffern. Orangenscheiben auf den Sellerie betten, mit kleingehackten Sellerieblätter bestreuen und ebenfalls mit Öl und Essig beträufeln.

Ganesha Christmas Card

Weihnachtspost schon erledigt? Wir helfen dir! Und zwar mit einer Karte. Unsere Weihnachtskarte gibt es in zwei Sujets, im Format A5 und mit einem roten Umschlag. Sie kann für 6.- Franken in folgenden Läden gekauft werden: Paettern Light Up Atelier in Zug Young Designers Market in Luzern DesignSchenken vom 5. bis 7. Dezember Luzern (bei Carmen Boog) Pop-up Shop 49 Tage in Luzern 3 Pol in Zug Am Donnerstag 18. Dezember veranstalten wir bei Pattern in Zug einen kleinen Anlass: Glühwein und Karten, 19 bis 21 Uhr. Bei einem Glas Glühwein könnt ihr eure Weihnachtspost erledigen. Karten, Schreibzeug, Marken stehen bereit. Wir bringen die Karten zur Post.

Claudio Del Principe: Italien vegetarisch

Ich liebe Currys aus Indien. Eine Platte mit Mezze ist das Wunderbarste, was es gibt und Gott sei Dank haben die Japaner Sushi erfunden. Doch wenn ich mich auf eine Länderküche beschränken müsste, dann wäre es ganz klar die Italienische. Pasta kann ich einfach immer essen! Rezepte für Teigwaren und anderen Comfort food liefert das neue Kochbuch „Italien vegetarisch“, erschienen beim Brandstätter Verlag. Es überzeugt mit einfachen, vielfältigen Rezepten und einer schlichten, hochwertigen Aufmachung. Ein Buch, das sich auch gut als Geschenk eignet! Der Autor Claudio Del Principe lebt mit seiner Familie in Binningen bei Basel, er schreibt den Blog Anonyme Köche und verrät im folgenden Interview, wie man ein mehrgängiges, vegetarisches Festtagsmenü zusammenstellen kann. Albertines: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man in Italien kein grosses Verständnis für Vegetarier hat. Claudio Del Principe: Das habe ich auch schon festgestellt. Es ist sich einfach niemand bewusst, dass viele italienische Gerichte fleischlos sind und man damit Vegetarier glücklich machen könnte. Gerade in Restaurants finde ich es schwierig, auf der Karte etwas ohne Fleisch zu finden. In Italien isst man sehr …

Märchenland Scuol

Wir wollten im Spätherbst eigentlich nach Rom fahren, haben uns dann aber fürs Engadin entschieden. Man kann ja auch mal hier bleiben! Auf Airbnb habe ich in Scuol ein Haus mit wunderschönen Zimmern entdeckt und dazu eine Menge begeisterte Kommentare von Leuten, die schon dort waren. Wir wurden nicht enttäuscht. Das Haus ist so grosszügig und hübsch wie auf den Bildern. Beny Steiner eine warmherzige, offene und originelle Gastgeberin, die mit ihren drei Katzen Jerry, Prada und Miu Miu hier lebt. Sie hat ihr Bed and Breakfast liebevoll und mit viel Stil eingerichtet. Alle Möbel sind alt, es hat Holzdielen in den Zimmern und die Treppe im Haus knarrt so richtig schön. Mit vielen Lampen setzt Beny die Einrichtung gekonnt in Szene und sorgt für ein gemütliches Ambiente. Und ach, man schläft in wunderbarer Leinen-Bettwäsche! Beny war als junges Mädchen Model, dann Stylistin und arbeitet heute als Fotografin. Sie kennt Hinz und Kunz der Schweizer Kreativszene und hat so einige gute Geschichten auf Lager. Ihr Bruder führt übrigens in Florenz das B & B Le Tre Stanze, wo ich …

Happy Torte!

In diesem Jahr haben wir in unserem Freundeskreis die ersten 40. Geburtstage (huch, ja vierzig) gefeiert. Ein persönliches, nicht doofes, nicht zu teures, nicht sinnloses aber trotzdem schönes Geschenk zu finden, ist eine komplizierte Sache. Torten passen natürlich immer – und wenn sie selbst gemacht sind, umso besser! Für Thomas Geburtstagsfest haben wir uns zusammengetan und entwarfen eine doppelstöckige, gefüllte Schokoladentorte, die mit Illustrationen verziert wurde. Mein erster Abstecher in die Patisserie liegt schon ein paar Jahre zurück. Für meine Freundin Simone habe ich eine dreistöckige, mit weissem Fondant überzogene Hochzeitstorte gebacken. Die Herstellung war sehr aufregend, weil natürlich auch etwas heikel. Wer will schon eine Torte, für diesen Tag verpfuschen. Diesmal kam die Aufregung ganz am Schluss, als wir die Torte für den Blog fotografieren wollten. Draussen regnete es in Strömen und war kalt, wie so oft in diesem Sommer. Die Freunde, die uns mit dem Auto zur Waldhütte mitnehmen wollten, warteten schon fast vor unserer Türe – und wir standen mit der fixfertigen Torte im Wohnzimmer. Genau in solchen Momenten will es mit den Bildern einfach nicht klappen. Das Licht zu dunkel, der Hintergrund …

Pizza mit Kürbis

Als der Kürbis-Boom bei uns ausbrach, war ich vom Geschmack her enttäuscht. Das hübsche Gemüse schmeckte recht fad. Wenn man Kürbis kocht, dann muss man kräftig würzen und ihn mit anderen Zutaten kombinieren. Ich bereite ihn am liebsten im Backofen zu, das geht einfach und gibt einen guten Geschmack. Den Kürbis rüsten und in Schnitze schneiden – gewisse Sorten kann man mit der Schale essen. Auf einem Blech (mit Backpapier) verteilen. Die Schnitze mit etwas Olivenöl bestreichen, mit Salz, Pfeffer und Chiliflakes würzen und in den Ofen schieben. Bei 220 Grad ungefähr 20 Minuten backen, bis die Spitzen etwas gebräunt sind. Mit einer Messerspitze prüfen, ob der Kürbis weich ist. Die gebackenen Stücke sind eine gute Basis für viele Kürbisgerichte. Man kann sie in ein Risotto rühren, daraus einen Salat zubereiten, pürieren… oder eine Pizza damit belegen, wie wir das gemacht haben. Magischer Brotteig (von Hugh Fearnley-Wittingstall aus „Täglich vegetarisch„) Für eine Pizza (rechteckiges Backblech) reicht die Hälfte des Teigs. Da es vom Aufwand her aber egal ist und ich es fast einfacher finde, einen grösseren Teig zu kneten, mache ich die ganze Menge und friere die …

Surdham Göb: Vegan Daily

Vegan ist überall – und ich gebe gerne zu, dass mich der Trend voll in der Tasche hat. In der Küche bieten sich so viele neue Möglichkeiten zum Ausprobieren. Allerdings habe ich bei einer konsequent veganen Ernährung auch gewisse Bedenken. Zum Beispiel widerstrebt es mir Margarine zu kaufen (wegen dem Palmöl) oder Rahm, Joghurt und Milch aus Soja – wenn wir doch in einer Klimazone leben, wo halt die Milchwirtschaft hingehört. Oder wie seht ihr das? Momentan versuche ich meinen Konsum von Eiern und Milchprodukten runterzuschrauben – was unterwegs oder wenn man abends hungrig und müde nach Hause kommt schon sehr schwierig ist… Da kommt „Vegan Daily“ gerade richtig. Im Vorwort schreibt Autor Surdham Göb: „Es ist ein Buch für alle, die nicht allzu viel Zeit haben und für die alles ganz praktisch sein muss.“ Göb war sechzehn Jahre lang Chefkoch in diversen veganen Restaurant, er betreibt in München eine Catering-Firma, gibt Kochkurse und hält Vorträge über vegane Ernährung und nachhaltige Lebensführung. Dies ist sein drittes Kochbuch (alle sind im AT Verlag erschienen) und ein kurzes Durchblättern macht …

Farfalle ai peperoni

Diesen Sommer habe ich für die „Schweizer Landliebe“ eine Pasta-Geschichte geschrieben. Wir waren auf dem Biohof Zug, wo Monica Vanoli Ravioli produziert. Das Rezept für die Peperoni-Sauce ist von ihr, ebenfalls der Trick, wie man Peperoni einfach schälen kann. Man mag vielleicht denken, dieser Aufwand sei übertrieben. Doch ohne Haut schmecken sie einfach besser und die Sauce wird schön sämig. Nach der gleichen Methode lassen sich auch Antipasti zubereiten. Dafür die gebackenen und geschälten Peperoni mit Peterli, gepresstem Knoblauch, Olivenöl, Salz und Pfeffer marinieren. Farfalla ai peperoni (für 2 Personen) 2 Peperoni (rot und gelb, oder nur eine Farbe) etwas Olivenöl Peperoni rüsten und vierteln, mit etwas Olivenöl bepinseln und im Ofen in einer Auflaufform bei 200 Grad 30 Minuten schmoren, bis die Spitzen etwas gebräunt sind. Die Peperoni in einen Gefrierbeutel legen, schliessen und so auskühlen lassen. Danach lässt sich die Haut gut abziehen. Drei Stücke auf die Seite legen, den Rest der Peperoni mit dem Stabmixer pürieren. Wasser aufkochen, salzen und 250 g PPura Farfalle (natürlich kann man auch andere Pasta nehmen, aber die von PPura sind ein Hingucker und super …

Knusper, knusper, Brot

Eine Freundin fand kürzlich, dass es in der Schweiz einfach keine richtig tollen Bäckereien gebe. Dem kann ich nur zustimmen. Wir sind ja oft (besonders wenn wir im Ausland weilen) mächtig stolz auf unser Brot. Doch leider hat sich in letzter Zeit ein langweiliger Einheitsbrei durchgesetzt. Jede Stadt hat seinen Bäcker, der fleissig an jeder Ecke eine neue Filiale eröffnet. Das Angebot gleicht sich. Tomaten-Mozarella-Sandwiches, Wähen mit viel Guss und ein paar Früchten, Paillasse Brot… egal ob ich in Luzern, Bern oder Zürich bin. Das hat auch einen Grund: Daniel Amrein, der als Eigenbrötler, am Luzerner Wochenmarkt vertreten ist und nach alter Tradition bäckt, schätzt, dass wohl um die achtzig Prozent der Bäcker mit halb fertigen Backmischungen arbeiten. Statt mit Sauerteig und langer Teigführung werden so die Brote in kurzer Zeit hochgepusht. Neben der Qualität des Brots kommen auch die Geschäfte uniform und bieder daher. Dabei ist doch der Einkauf in einer Bäckerei ein total sinnliches Erlebnis, schon der Duft nach frischem Brot einfach unschlagbar! Erkannt hat dies John Baker am Stadelhofen in Zürich. Im Geschäft wird gleichzeitig gebacken und verkauft. Meist läuft laute …

Bangkok ganz entspannt

Meine erste grosse Reise führte mich nach Bangkok. Nachdem Piri vier Monate in Australien und Asien rumgereist war, trafen wir uns dort. Das ist schon über zehn Jahre her, schon damals hat mich die Stadt total fasziniert. Ich fand sie aber auch ziemlich anstrengend. Unser zweiter gemeinsamer Besuch hat uns Bangkok von einer neuen Seite gezeigt. Wir logierten im neueren Teil der Stadt (vor zehn Jahren war es der alte Teil, Nähe Khaosan Road) und mit ein bisschen mehr Budget kam auch der Komfort… Wir fühlten uns gut aufgehoben im Bed and Breakfast Baan Pra Nond. Es liegt zwar mitten zwischen stark befahrenen Strassen, die Zimmer sind aber total schalldicht. Alles ist liebevoll eingerichtet, mit viel dunklem Holz und die offenen Räume verströmen koloniale Eleganz. Skytrain und Fähre liegen in Gehdistanz und man kann sich das Taxi (und den Stau dazu) sparen. Ebenfalls ganz in der Nähe ist der State Tower mit seiner Rooftop-Bar. Ich bin sonst gar nicht der Typ für solche Bars (und die Tatsache, dass dort eine Szene von „Hangover“ gedreht wurde, hat bei mir vor …

Waldstock, I love

Achtung, das wird eine Liebeserklärung! Und zwar an das beste und originellste Open-Air der Schweiz, das Waldstock-Festival. Jedes Jahr baut eine Crew von Freiwilligen auf einer Wiese oberhalb von Steinhausen ZG eine eigenes Universum auf. Über eine Woche lang wird gehämmert, gesägt, gemalt, gefaltet, gebastelt. Zwischen den beiden Bühnen und einer Kinoleinwand entstehen Bars, Restaurants, Dekorationen und Beleuchtungen. Das diesjährige Highlight (und ein Bubentraum) war die nostalgische Bergstation mit einer beleuchteten, rot-weissen Zahnradbahn, die (ohne Passagiere) auf Holz-Schienen in den Himmel stieg… Begeistert haben mich all die Details. Die alten Email-Lampenschirme, die über der Bar hingen, hätte ich am liebsten mit nach Hause genommen. Ein Sammler aus Goldau stellte all die alten Bahn-Utensilien wie die beleuchteten Weichensignale zur Verfügung. Neu am diesjährigen Waldstock war der Kafi-Wagen von Jasmin. Zum ersten mal gab es richtig guten Espresso zu trinken! Ich habe an einem Abend dort gearbeitet und Blaubeerschnecken und Aprikosenküchlein für den Verkauf gebacken. Die 40 Stück waren um 22 Uhr als wir den Wagen schlossen, alle weg. Unten die Rezepte zum Nachbacken… und genau, noch dies: das letzte Juli-Wochenende 2015 ist …