Alle Artikel in: Kochen

Ofengemüse

Während meiner Studienzeit in Bern wohnte ich mit Dania und Nathalie in einer WG im Breitenrain. Wir waren alle drei Vegetarierinnen und kochten gerne. Studentenfrass gab es bei uns nie. Unsere Küche war gleichzeitig unser Wohnzimmer. Nicht, dass sie besonders geräumig gewesen wäre, aber die Wohnung hatte halt nur drei Räume. Umso gemütlicher gestalteten sich die Abende. Auf der alten Stereoanlage mit defektem CD-Player lief meist „Sounds“ auf DRS 3 oder Musik ab einer Kassette. Am Montag, Dienstag und Mittwoch war jeweils eine von uns für das Nachtessen zuständig. Bei Nathalie gab es regelmässig Ofengemüse, das wir alle liebten. In den Jahren ist dieses Rezept bei mir zu einem Klassiker geworden, der je nach Saison immer wieder ganz anders schmeckt. Als Basis nehme ich Kartoffeln. Im Sommer kommen Zucchini, Auberginen oder Tomaten dazu. Im Winter Randen, Kürbis, Sellerie oder Karotten. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Einfach das ausprobieren, was im Kühlschrank vorhanden ist… Zum Gemüse passt ein Kräuter-Quark (Quark, fein geschnittene Kräuter, ein paar gehackte Kapern, eine gepresste Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer mischen) oder heisser Schafskäse, der in Backpapier verpackt, mit dem Gemüse auf …

Asiatische Linsensuppe

Für sich alleine zu kochen macht wenig Spass, das ist mir kürzlich wieder bewusst geworden. Ich weilte im November für drei Wochen im Engadin, hütete das Haus von Beny Steiner und schaute zu ihren drei verfressenen Katzen, während sie in Bali arbeitete. Die erste Woche war ich ganz allein und genoss das sehr. Ich schrieb, las, unternahm Spaziergänge, entspannte mich in der Sauna – nur, die Lust am Kochen blieb für einmal aus. Wenn niemand da ist, der sich mit einem an den Tisch setzt und die Freude am Essen teilt, lohnt sich die Zeit in der Küche nur mässig. Ich habe mich dann trotzdem überwunden. Käse und Brot sind zwar eine unschlagbare Kombination aber auf Dauer öde. Die Asiatische Linsensuppe passt in solchen Fällen immer. Sie ist schnell zubereitet und beim Kochen verbreitet sich ein aufregender Duft nach Zitronengras, Ingwer und Limettenblätter. Zu Hause habe ich im Schrank einen grossen Vorrat an getrockneten Limettenblättern, die ich einmal in einem Asia-Shop gefunden habe. Wenn man keine solche Blätter zur Hand hat, schmeckt man die Suppe am Schluss einfach mit Zitronensaft …

Selleriesalat mit Orangen

Hier eine kleine Ergänzung zum letzten Beitrag, dem Interview mit Claudio Del Principe. Ich bin gerade dabei sein Kochbuch „Italien vegetarisch“ durchzukochen – und sehr begeistert von seinem „Selleriesalat mit Blutorangen“. Gerade jetzt wo überall Süsses rumliegt, tut dieser Salat besonders gut. Er ist extrem schnell zubereitet und bald sollten auch Blutorangen erhältlich sein. Ich habe es noch mit Blondorangen gemacht, schmeckte auch Buonissimo! Selleriesalat mit Blutorangen für 4 Personen 1-2 Blutorangen 6 Stangen Staudensellerie Olivenöl extra vergine Weissweinessig feines Meersalz schwarzer Pfeffer aus der Mühle Orangen schälen und dabei auch die weisse Haut entfernen. Fruchtfleisch in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Kerne entfernen. Sellerierippen mit dem Sparschäler abziehen, Sellerie abbrausen, abtropfen und in 1 cm kurze Stücke schneiden. Innere Blätter kleinschneiden und zur Seite stellen. Sellerie auf Tellern verteilen und mit Olivenöl und Weissweinessig beträufeln. Salzen und pfeffern. Orangenscheiben auf den Sellerie betten, mit kleingehackten Sellerieblätter bestreuen und ebenfalls mit Öl und Essig beträufeln.

Claudio Del Principe: Italien vegetarisch

Ich liebe Currys aus Indien. Eine Platte mit Mezze ist das Wunderbarste, was es gibt und Gott sei Dank haben die Japaner Sushi erfunden. Doch wenn ich mich auf eine Länderküche beschränken müsste, dann wäre es ganz klar die Italienische. Pasta kann ich einfach immer essen! Rezepte für Teigwaren und anderen Comfort food liefert das neue Kochbuch „Italien vegetarisch“, erschienen beim Brandstätter Verlag. Es überzeugt mit einfachen, vielfältigen Rezepten und einer schlichten, hochwertigen Aufmachung. Ein Buch, das sich auch gut als Geschenk eignet! Der Autor Claudio Del Principe lebt mit seiner Familie in Binningen bei Basel, er schreibt den Blog Anonyme Köche und verrät im folgenden Interview, wie man ein mehrgängiges, vegetarisches Festtagsmenü zusammenstellen kann. Albertines: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man in Italien kein grosses Verständnis für Vegetarier hat. Claudio Del Principe: Das habe ich auch schon festgestellt. Es ist sich einfach niemand bewusst, dass viele italienische Gerichte fleischlos sind und man damit Vegetarier glücklich machen könnte. Gerade in Restaurants finde ich es schwierig, auf der Karte etwas ohne Fleisch zu finden. In Italien isst man sehr …

Märchenland Scuol

Wir wollten im Spätherbst eigentlich nach Rom fahren, haben uns dann aber fürs Engadin entschieden. Man kann ja auch mal hier bleiben! Auf Airbnb habe ich in Scuol ein Haus mit wunderschönen Zimmern entdeckt und dazu eine Menge begeisterte Kommentare von Leuten, die schon dort waren. Wir wurden nicht enttäuscht. Das Haus ist so grosszügig und hübsch wie auf den Bildern. Beny Steiner eine warmherzige, offene und originelle Gastgeberin, die mit ihren drei Katzen Jerry, Prada und Miu Miu hier lebt. Sie hat ihr Bed and Breakfast liebevoll und mit viel Stil eingerichtet. Alle Möbel sind alt, es hat Holzdielen in den Zimmern und die Treppe im Haus knarrt so richtig schön. Mit vielen Lampen setzt Beny die Einrichtung gekonnt in Szene und sorgt für ein gemütliches Ambiente. Und ach, man schläft in wunderbarer Leinen-Bettwäsche! Beny war als junges Mädchen Model, dann Stylistin und arbeitet heute als Fotografin. Sie kennt Hinz und Kunz der Schweizer Kreativszene und hat so einige gute Geschichten auf Lager. Ihr Bruder führt übrigens in Florenz das B & B Le Tre Stanze, wo ich …

Pizza mit Kürbis

Als der Kürbis-Boom bei uns ausbrach, war ich vom Geschmack her enttäuscht. Das hübsche Gemüse schmeckte recht fad. Wenn man Kürbis kocht, dann muss man kräftig würzen und ihn mit anderen Zutaten kombinieren. Ich bereite ihn am liebsten im Backofen zu, das geht einfach und gibt einen guten Geschmack. Den Kürbis rüsten und in Schnitze schneiden – gewisse Sorten kann man mit der Schale essen. Auf einem Blech (mit Backpapier) verteilen. Die Schnitze mit etwas Olivenöl bestreichen, mit Salz, Pfeffer und Chiliflakes würzen und in den Ofen schieben. Bei 220 Grad ungefähr 20 Minuten backen, bis die Spitzen etwas gebräunt sind. Mit einer Messerspitze prüfen, ob der Kürbis weich ist. Die gebackenen Stücke sind eine gute Basis für viele Kürbisgerichte. Man kann sie in ein Risotto rühren, daraus einen Salat zubereiten, pürieren… oder eine Pizza damit belegen, wie wir das gemacht haben. Magischer Brotteig (von Hugh Fearnley-Wittingstall aus „Täglich vegetarisch„) Für eine Pizza (rechteckiges Backblech) reicht die Hälfte des Teigs. Da es vom Aufwand her aber egal ist und ich es fast einfacher finde, einen grösseren Teig zu kneten, mache ich die ganze Menge und friere die …

Farfalle ai peperoni

Diesen Sommer habe ich für die „Schweizer Landliebe“ eine Pasta-Geschichte geschrieben. Wir waren auf dem Biohof Zug, wo Monica Vanoli Ravioli produziert. Das Rezept für die Peperoni-Sauce ist von ihr, ebenfalls der Trick, wie man Peperoni einfach schälen kann. Man mag vielleicht denken, dieser Aufwand sei übertrieben. Doch ohne Haut schmecken sie einfach besser und die Sauce wird schön sämig. Nach der gleichen Methode lassen sich auch Antipasti zubereiten. Dafür die gebackenen und geschälten Peperoni mit Peterli, gepresstem Knoblauch, Olivenöl, Salz und Pfeffer marinieren. Farfalla ai peperoni (für 2 Personen) 2 Peperoni (rot und gelb, oder nur eine Farbe) etwas Olivenöl Peperoni rüsten und vierteln, mit etwas Olivenöl bepinseln und im Ofen in einer Auflaufform bei 200 Grad 30 Minuten schmoren, bis die Spitzen etwas gebräunt sind. Die Peperoni in einen Gefrierbeutel legen, schliessen und so auskühlen lassen. Danach lässt sich die Haut gut abziehen. Drei Stücke auf die Seite legen, den Rest der Peperoni mit dem Stabmixer pürieren. Wasser aufkochen, salzen und 250 g PPura Farfalle (natürlich kann man auch andere Pasta nehmen, aber die von PPura sind ein Hingucker und super …

Knusper, knusper, Brot

Eine Freundin fand kürzlich, dass es in der Schweiz einfach keine richtig tollen Bäckereien gebe. Dem kann ich nur zustimmen. Wir sind ja oft (besonders wenn wir im Ausland weilen) mächtig stolz auf unser Brot. Doch leider hat sich in letzter Zeit ein langweiliger Einheitsbrei durchgesetzt. Jede Stadt hat seinen Bäcker, der fleissig an jeder Ecke eine neue Filiale eröffnet. Das Angebot gleicht sich. Tomaten-Mozarella-Sandwiches, Wähen mit viel Guss und ein paar Früchten, Paillasse Brot… egal ob ich in Luzern, Bern oder Zürich bin. Das hat auch einen Grund: Daniel Amrein, der als Eigenbrötler, am Luzerner Wochenmarkt vertreten ist und nach alter Tradition bäckt, schätzt, dass wohl um die achtzig Prozent der Bäcker mit halb fertigen Backmischungen arbeiten. Statt mit Sauerteig und langer Teigführung werden so die Brote in kurzer Zeit hochgepusht.   Neben der Qualität des Brots kommen auch die Geschäfte uniform und bieder daher. Dabei ist doch der Einkauf in einer Bäckerei ein total sinnliches Erlebnis, schon der Duft nach frischem Brot einfach unschlagbar! Erkannt hat dies John Baker am Stadelhofen in Zürich. Im Geschäft wird gleichzeitig gebacken und verkauft. Meist läuft …

Waldstock, I love

Achtung, das wird eine Liebeserklärung! Und zwar an das beste und originellste Open-Air der Schweiz, das Waldstock-Festival. Jedes Jahr baut eine Crew von Freiwilligen auf einer Wiese oberhalb von Steinhausen ZG eine eigenes Universum auf. Über eine Woche lang wird gehämmert, gesägt, gemalt, gefaltet, gebastelt. Zwischen den beiden Bühnen und einer Kinoleinwand entstehen Bars, Restaurants, Dekorationen und Beleuchtungen. Das diesjährige Highlight (und ein Bubentraum) war die nostalgische Bergstation mit einer beleuchteten, rot-weissen Zahnradbahn, die (ohne Passagiere) auf Holz-Schienen in den Himmel stieg… Begeistert haben mich all die Details. Die alten Email-Lampenschirme, die über der Bar hingen, hätte ich am liebsten mit nach Hause genommen. Ein Sammler aus Goldau stellte all die alten Bahn-Utensilien wie die beleuchteten Weichensignale zur Verfügung. Neu am diesjährigen Waldstock war der Kafi-Wagen von Jasmin. Zum ersten mal gab es richtig guten Espresso zu trinken! Ich habe an einem Abend dort gearbeitet und Blaubeerschnecken und Aprikosenküchlein für den Verkauf gebacken. Die 40 Stück waren um 22 Uhr als wir den Wagen schlossen, alle weg. Unten die Rezepte zum Nachbacken… und genau, noch dies: das letzte Juli-Wochenende 2015 ist …

Dinner for one – Melone mit Feta

Da ich momentan viel zu Hause am Arbeiten bin, kommt am Mittag immer die leidige Frage „was esse ich bloss…“ Es soll schnell gehen, gesund sein und möglichst wenig Geschirr zum Abwaschen anfallen. Dasselbe Problem gibt es auch nach langen Arbeitstagen, wenn man müde nach Hause kommt. Darum starte ich hier die kleine Serie „Dinner for one“ und hoffe, ihr könnt mit meinen Ideen etwas anfangen! Salat aus Melone und Feta eine halbe Melone, z.B. Cantaloupe 70 g Feta ein paar frische Kräuter (z.B. Minze und Zitronenbasilikum) etwas Olivenöl Pfeffer und Chiliflakes Melone entkernen und in Würfel schneiden, zerkrümmelter Feta und fein geschnittene Kräuter darüberstreuen, etwas Olivenöl dazugeben, mit frisch gemahlenem Pfeffer und einigen Chiliflakes würzen.  

An der Kilikischen Küste

Den letzten Teil unserer Reise durch Anatolien verbrachten wir an der Kilikischen Küste, im Südosten der Türkei. Dieser Küstenabschnitt ist touristisch eher unerschlossen – in vielen Dörfern werden vor allem Bananen oder Erdbeeren angebaut, was eher traurig aussieht, weil das meiste in Treibhäusern und unter Planen wächst und die Landschaft in ein Plastikmeer verwandelt wird. Die alte, schmale und kurvenreiche Strasse wird teilweise schon von einem vierspurigem Highway abgelöst – dort wo sie sich noch an der Küste entlangschlängelt hat man einen tollen Ausblick übers Meer und im Auto riecht es bald nach Pinien (mein Lieblings-Süden-Ferien-Duft). Hotelmässig hat die Region leider nichts Tolles zu bieten, die hingeklotzten, teils vor sich hinlotternden Ferienanlagen und Pensionen wirken wenig einladend. Doch wir hatten zum Glück das Zelt dabei und fanden mit dem Dragon Motel  in Anamur eine echte Perle. Der Platz liegt neben einer Burg, direkt am Meer und wird von der bezaubernden Pervin Kılınç geführt. Ihre Mutter bekocht die Gäste im kleinen Restaurant. Gemüse und Früchte (bei uns waren gerade die Aprikosen reif) kommen aus dem eigenen Garten. Der Campingplatz ist sehr einfach ausgestattet, es hat solarbetriebene Open-Air-Duschen, die …

Hummus aus Linsen

Eigentlich sollte man immer etwas Hummus im Kühlschrank vorrätig haben – ein bisschen Brot, ein paar Karotten zum Dippen dazu und fertig ist das perfekte Nachtessen. Leider braucht die Zubereitung von Kichererbsen Zeit und Planung (immer auf Dosen zurückgreifen mag ich nicht), doch ich habe eine Alternative gefunden. Eine Kollegin hat bei ihre Party Hummus aus Linsen serviert. Schmeckt genauso gut wie das Original und ist viel schneller zubereitet. Linsen-Hummus  aus „Coopzeitung“ 100 g rote Linsen 250 ml Wasser 1 Knoblauchzehe, durchgepresst 1 EL Tahina (Sesammus) etwas Zitronensaft 1 EL Olivenöl 1/2 bis 1 TL Salz 1/4 TL Kurkuma Linsen in ein Sieb geben und abspülen. Mit dem Wasser in einen Topf geben und aufkochen. Hitze reduzieren und zugedeckt ca. 10 Min. köcheln lassen, bis die Flüssigkeit aufgesaugt ist. Linsen etwas abkühlen, mit den restlichen Zutaten pürieren. Abschmecken. Wer mag, streut vor dem Servieren ein paar Chiliflakes darüber.

Meine Minestrone

Heute mag ich praktisch jedes Gemüse – als Kind war das noch ganz anders. Lauch, löste bei mir Brechreiz aus, Zwiebeln sezierte ich mit der Gabel geduldig aus dem Essen heraus. Ausser es gab Minestrone, da konnte meine Mutter jedes Gemüse untermischen – ich ass mit Vergnügen gleich zwei Suppenteller davon. Typisch an unserer Minestrone (die meist an einem unserer Geburtstage gekocht wurde) ist ihre Konsistenz: sie ist eigentlich mehr ein Gemüseeintopf mit viel Sauce als eine Suppe und darum ein perfektes Nachtessen. Wer zu zweit ist, hat gleich für den nächsten Abend auch schon vorgekocht – die Minestrone schmeckt aufgewärmt immer noch ein bisschen besser. Rezept (für 4 Personen) 1 Knoblauchzehe, fein geschnitten 1 Lauch, längs halbieren und in feine Streifen schneiden 2 Rüebli, in Würfel 2 Kartoffeln, in Würfel halber Knollensellerie, in Würfel halber Wirz, Strunk entfernen, in grobe Streifen schneiden 100 g Federkohl in grobe Streifen geschnitten (optional) oder im Sommer grüne Bohnen in Stücke geschnitten halbe Dose Pelati oder 2 EL Tomatenpuree 2 Zweiglein Rosmarin halber TL Fenchelsamen halber TL Pfefferkörner …

Vegane Apfelmuffins

Der Shop In Good Company ist so ein Ort, wo Frauen gern mit hoher Stimme „Ohhhhhh“ und „sweeet“ zwitschern – besonders dann natürlich, wenn sie aus Amerika stammen. Die Besitzerin Julie Gallagher (ihr Mann heisst übrigens Liam) ist aus Südafrika und hat vor zwei Wochen ihr Geschäft in Zug eröffnet (online kann man auch bestellen). Sie führt eine riesige Auswahl an Partyartikeln – alles im englisch-amerikanischen Stil. Da findet man Glückwunschkarten (sehr britisches Design), buntes Melanin-Geschirr, Röhrli (natürlich die stylischen in Papier), Servietten, kleinere Geschenke (zum Beispiel Sachen mit Prints von Orla) Kiely) oder und jede Menge Backsachen. Mit einer Schachtel Cupcakes-Förmchen bin ich auch aus dem Shop rausgelaufen… und einer Tüte, die mir gleich den Nachmittag aufgeheitert hat: „Too much of a good thing can be truly wonderful.“ Da hat Mae West einfach recht. Am letzten Wochenende habe ich für meine Freundinnen ein veganes Menu gekocht. Am Überraschendsten war das Dessert, ein Orangenkuchen aus dem Kochbuch „Einfach vegan – die süsse Küche“ von Roland Rauter (das Buch würde ich nicht unbedingt empfehlen, die Rezepte sind sehr schlecht gegliedert). …

Mein Müesli

Mein allererster Job während des Studiums war in einem Biogeschäft. Einmal in der Woche arbeitete ich dort im Lager, packte die Lieferungen aus, klebte Preisetiketten, füllte Mehl in Beutel ab und stellte die hauseigenen Müeslimischungen her. Inzwischen habe ich mir eine eigenen Variante kreiert. Ich habe am Morgen immer Hunger und kann nicht aus dem Haus ohne was gegessen zu haben. Das Frühstück finde ich sowieso das beste Essen am ganzen Tag – und wenn ich am Abend mal keine Lust auf Kochen haben, gibt es halt nochmals Müesli, Tee und Brot…Die Mischung ist schnell gemacht und das Rezept kann man ganz nach den eigenen Vorlieben (oder was grad im Schrank vorrätig ist) abwandeln. In Einmachgläsern hält es ein paar Wochen. Mein Müesli 500 g 5-Korn-Flocken (Weizen, Hafer, Gersten, Hirse, Roggen) oder einfach grobe Haferflocken 250 g Sonnenblumenkerne 100 g Nüsse (zum Beispiel grob gehackte Mandeln und Cashewkerne) 30 g Amarant gepufft 50 g Leinsamen 50 g Kokos Chips 3 TL Zimt 0,5 dl Süssmost 70 g flüssiger Honig 10 Datteln Alle Zutaten bis und …

Hirse-Bärlauch-Kugeln

Der Bärlauch wächst gleich vor unserer Küche. Ich konnte ihm in den letzten Tag praktisch beim Wachsen zuschauen – und dieses Wochenende war er genug gross, um die ersten Blättchen zu zupfen. Neben den Vögeln, die nun wieder jeden Morgen trillern und einem wecken, ist der Bärlauch der tollste Frühlingsbote! Vor allem kulinarisch gesehen. Irgendwie passt das Kraut überall rein. Ich mache gerne Pesto damit oder rühr ihn ins Risotto rein. Kombiniert mit Hirse ergeben sich wahre Power-Kugeln. Bärlauch soll ja sehr reinigend sein, die Hirse enthält viel Eisen und ist gut für Haar, Nägel, Haut und Knochen. Die Kugeln werden auf dem Blech gebacken schön knusprig und passen gut zu einem Salat – wer es deftiger mag: Tomatenspaghetti schmecken auch lecker dazu. 2 grosse Tassen gekochte Hirse (125 g rohe Hirse) ein Bund Bärlauch, fein gehackt 1 EL Maizena 50 g geriebener Gruyère 2 Eier Salz und Pfeffer Alle Zutaten miteinander verrühren – ich nehme gerne die Hände zur Hilfe – mit Salz und Pfeffer würzen und Kugeln daraus formen (ergibt etwa 23 Stück). …

Federkohlsalat

Kochen funktioniert ganz ähnlich wie die Mode. Es gibt Trends – und die bewegen sich wie auf der Schaukel hoch und runter. Was einmal als absolut hässlich befunden wird, kann ein paar Saisons später wieder total gut sein. So wie die Leuchtfarben jetzt. Oder der Federkohl. Meine Mutter behauptet, dass dieser meist in den Schrebergärten von Portugiesen wachse (weil sie den für ihre Küche bräuchten). Mir ist das grüne Kraut erstmals in einem Bericht über detoxen nach den Feiertagen aufgefallen. Lange wusste ich aber gar nicht, wo ich ihn kaufen kann. Inzwischen bin ich sogar im Supermarkt fündig geworden – und sonst auf dem Markt. Federkohl (auch Grünkohl) hat überdurchschnittlich viele Vitamine, Nährstoffe, Folsäure und Kalzium drin. In New York und Hollywood essen alle dünnen Frauen „Kale“ – oder schlürfen ihn püriert als grünen Smoothie. Das soll jetzt aber nicht abschreckend sein. So ein Federkohlsalat schmeckt nämlich richtig gut. 1 Orange 100 g Federkohl halber Fenchel Beim Federkohl die dicke Rippe in der Mitte wegschneiden. Das Kraut möglichst dünn schneiden. Auf einer Platte anrichten, fein …

Tomatentarte

Ich habe eine Vorliebe für alles, was teigig ist und aus dem Ofen kommt. Dazu kommt, dass ich gerne Teig knete – ich finde das sehr entspannend. Fertigteige kaufe ich nur ganz selten. Vor allem auch, weil mir die gehärteten Fette darin (zum Beispiel Palmöl) nicht gefallen. Das einzige Unpraktische ist einfach, dass das Aufgehen des Teigs ziemlich viel Zeit braucht. Die Tomatentarte ist also eher ein Sonntagsrezept. Vom Magischen Brotteig reichten einen Viertel – ich mache aber trotzdem gern die ganze Menge und friere den Rest ein (Teig einfach in ein Gefrierbeutel legen). Dann ist die nächste Pizza schnell zubereitet. Magischer Brotteig (von Hugh Fearnley-Wittingstall aus „Täglich vegetarisch„) Eignet sich auch für Pizza, Flammkuchen oder ein simples Weissbrot. 250g Ruchmehl 250g Hartweizenmehl 1,5 TL Salz 1 TL Trockenhefe 325ml warmes Wasser 1 EL Raps- oder Olivenöl Die Mehlsorten mit Salz und Trockenhefe in einer grossen Schüssel mischen. Öl und Wasser dazugeben und zu einem Teig zusammenfügen. Auf einer Arbeitsfläche 5 bis 10 Minuten kneten, bis er glatt wird aber noch etwas klebrig ist. Bemehlen …

Tarte à l‘ orange

  Dieser Kuchen ist ein echter Bluffer. Mit seinem Schaumkrönchen kommt er so richtig edel daher. Dazu das knallige Rot der Blutorange. Was nicht jeder wissen muss – er ist ganz einfach zum Nachbacken. Die Zutatenliste ist kurz. Wer zudem in Zeitnot ist, greift zum fertigen Mürbeteig. Die Füllung ist nicht so süss, so kommt der Geschmack der Blutorange schön hervor. Mürbeteig (aus „Backen mit Leila“ von Leila Lindholm) 240g Weissmehl 30 g Puderzucker 150 g kalte Butter in Würfel 1 Ei halber EL kaltes Wasser Mehl und Puderzucker mischen, Butter dazu und alles zwischen den Fingern zerreiben. Ei und Wasser dazufügen und alles schnell zu einem Teig zusammenfügen. Nicht kneten. In Frischhaltefolie einschlagen und mindestens 30 Minuten kühl stellen. Die Hälfte des Teigs auswallen (zweite Hälfte einfrieren als Vorrat) in eine Pie-Form (ca. 23 cm Durchmesser) legen. Mit einer Gabel einstechen und wieder in den Kühlschrank stellen. Füllung Saft von 2 Blutorangen 1 EL Maizena 2 Blutorangen, geschält und quer in Scheiben geschnitten 2 Eigelb 3 EL Zucker 2 Eiweiss 2 EL Zucker Guss: …