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Mexiko aus dem Skizzenbuch

„Was macht ihr eigentlich auf euren Reisen den ganzen Tag lang?“, haben uns schon einige Leute gefragt. „Zeichnen und die Welt entdecken“ lautet die schönste Antwort darauf. Meist planen wir ja unsere Reisen nur rudimentär. Wir packen einen guten Reiseführer ein (eher nicht den Lonely Planet), der einige Anhaltspunkte liefert, aber bei gegebener Zeit weggelegt wird. Der Rest ist Entdecken und Intuition. So ging es uns auch mit Diego Riviera. Als wir an unserem ersten Tag in Mexico City unverhofft vor seinen riesigen Wandgemälden im Palacio Nacional standen, war es, als hätte er die Spur unserer Reise gelegt. Riveras Murales sind wie Bilderbücher für Erwachsene: Sie zeigen Szenen aus der Mexikanischen Geschichte, dem Alltagsleben der indigenen Bevölkerung, sie sind tief politisch (Rivera war Kommunist) und man findet auf seinen Bildern viele real existierende Personen. Darunter Hernan Cortés, Leo Trotzki und immer wieder seine Frau Frida Kahlo. Für einen Illustrator sind diese Wandgemälde eine riesige Inspirationsquelle. Wenn mein Lieblingsmensch an einer Säule gelehnt oder am Boden sitzend in seinem Skizzenbuch verschwindet und zeichnet, flaniere und fotografiere ich. So kann man (Siehe Eingangsfrage) …

Fumetto & Federkohl

Superhelden auf dem Teller! Bis zum Fumetto ist es nicht mehr weit, denn die 23. Ausgabe des Internationalen Comix-Festivals findet schon vom 7. bis 15. März statt. Wer bei Comics nur an Mickey Mouse, Superman oder die Peanuts denkt, wird in Luzern überrascht. Neben Zeichnungen und Collagen werden auch Installationen und Objekte im Raum gezeigt. Der junge Schweizer Künstler Beni Bischof war schon hier, wie auch Altmeister Robert Crumb. Ausgestellt wird sowohl im Kunstmuseum Luzern als auch im alternativen Neubad. Wir besuchen das Fumetto jedes Jahr, nehmen uns einen Tag Zeit (inklusive Kaffeetrinken, Essen und Bücher kaufen) und geben uns gerne die volle Kanne Kunst. Ich kenne meistens nicht einen Namen im Programm, was aber gar nichts macht, denn auf die Kuratoren des Festivals kann man sich verlassen. Neben den grossen Ausstellungen werden verteilt über die Stadt in Restaurants und Geschäften sogenannte Satelliten eingerichtet – dieses Jahr zeigt Piri eine Auswahl seiner Food-Bilder von Albertines im Restaurant Neustädtli. Vernissage ist am 26. Februar von 19 bis 21 Uhr. Die Ausstellung dauert bis zum Ende des Fumetto Festivals. Es gibt einige der Bilder als Reproduktionen zu kaufen. Hingehen!