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New Yorker kochen nicht

Essen und essen gehen – in New York dreht sich alles um Food. Und wir sind nicht die einzigen, die gerne zu Hause kochen. 
Wenn wir die fünf Stockwerke zu unserer Wohnung hochsteigen, zieht durchs Treppenhaus meist ein Duft-Bouquet. Unten riecht es nach indischem Curry, zwei Stockwerke höher nach Fisch oder Bratensauce. Ich muss dann – und wenn ich im vollgestopften Trader Joe Schlange stehe – immer an das Klischee denken, dass New Yorker nicht kochen.
In der Stadt hat es unglaublich viele Restaurants. Bei besonders angesagten Adressen wie Jacob’s Pickles an der Amsterdam Avenue stehen die Leute in der Kälte an für einen Tisch. Von unserer Wohnung blicken wir direkt auf das Lokal. Im November sieht man am Wochenende dick eingepackte Gestalten draussen essen. Ebenfalls superpräsent in der Stadt sind Migranten, meist Mexikaner, die auf E-Bikes Essen – oder auch nur eine Tüte Bagels – nach Hause liefern. Eine Art Sklavenarbeit der Moderne.

Aber dass hier niemand kochen soll? Das ist mir etwas zu viel Sex-and-the-City (zur Erinnerung: Carrie Bradshaw bewahrt in ihrem Backofen Pullis auf). Wie die Vorstellung, alle Frauen würden hier superchic in Highheels herumlaufen. Solche Exemplare gibt natürlich, aber sie sind selten. Die New Yorkerin trägt meist Chelsea Boots oder Turnschuhe, dazu Yoga-Pants und oben etwas Funktionales, Schlafsackähnliches, das dem fiesen Wind stand hält.
New York ist viel mehr Girls als Sex and the City. Glamourös ist die Stadt bloss an ausgewählten Orten (ein Besuch in einer zufällig ausgewählte Galerie auf der Upper East Side – und bam! man steht vor einem 13-Millionan-Dollar Picasso) und hinter verschlossenen Türen. Beim abendlichen Schlendern durch die Quartiere links und rechts des Central Parks bekommt man eine leichte Ahnung davon. In der Realität gibt es hier viel Schmutz und Schäbiges.

Da wäre zum Beispiel das Maus-Problem. Angeblich hat es ja mehr Mäuse als Menschen in New York. Unser Tierchen hat sich zweimal gezeigt. Einmal in real und beim zweiten Mal mit Fressspuren auf einem Baguette. Als wir unserem ukrainischen Hausabwart davon erzählten, meinte er bloss: „Either you give the maooouse a name – orr you trraaay this!“, schob uns Klebefallen zu und lachte über unsere entsetzen Gesichter. Diese Art von Fallen sind etwas vom Fiesesten, was man sich vorstellen kann. Kartonstücke mit Leim drauf. Man legt sie entlang der Wände auf den Boden und wenn die Maus darüber rennt, dann… dann, ja was dann? Wir haben die Fallen trotzdem brav in der Küche platziert. Am Morgen lag eines der Kartonstücke verschoben unter dem Herd – ohne Maus. Bis auf weiteres ist die Sache erledigt.

Ofenkartoffeln mit Feta-Käse und Salbei
Unsere New Yorker Küche ist geräumig und was Pfannen und Töpfe betrifft, besser bestückt als zu Hause. Wir kochen hier simpel und intuitiv, was der Kühlschrank grad so hergibt. Die Süsskartoffeln sind eine Einstimmung auf Thanksgiving, das nächstens ansteht. Wer mag, macht zu den Ofenkartoffeln einen Salat und stellt Ketchup oder eine scharfe Sauce auf den Tisch.  

Für 2 Personen
3 grosse Kartoffeln
2 Süsskartoffeln
100 g Feta-Käse, in Würfeln
ein Bund Salbei
Olivenöl
Salz

Die Kartoffeln schälen und in Spalten/Schnitze schneiden. Auf einem mit Backpapier belegtes Blech auslegen. Mit Olivenöl beträufeln, mit Salz bestreuen und mit den Händen alles gut vermischen. Im Ofen bei 220 Grad ungefähr 20 Minuten in der Mitte backen. Dann den Feta-Käse und den Salbei über die Kartoffeln verteilen, etwas Olivenöl darüber träufeln und nochmals in den Ofen schieben. 10 bis 15 Minuten weiter backen, bis der Feta leicht gebräunt ist.

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