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Gebratene Kartoffeln auf südindische Art

Südindien schmeckt für mich nach Curryblätter. Diese gebratenen Kartoffeln sind eine kulinarische Reise nach Chettinad, eine besonders zauberhafte Region in Tamil Nadu. Man vergisst so leicht, dass es die indische Küche gar nicht gibt. Der grosszügige Gebrauch von Gewürzen verbindet der ganze Subkontinent. Und klar, von Norden bis Süden bieten die Restaurants Paneer Masala an.  Taucht man jedoch tiefer in die Regionen ein, verlässt die ausgetretenen Touristenpfad, wird es es spannend. Kulinarisch und kulturell. Eine solche Entdeckung ist Chettinad im Süden des Bundesstaats Tamil Nadu.

Einige Familien dieser Region waren Endes des 19. Jahrhunderts durch Handel und Geldgeschäfte mit Malaysia, Singapur oder Sri Lanka sehr reich geworden. Mit ihrem Geld bauten sie in den einfachen Bauern-Dörfern, wo sie herkamen, Paläste. Diese stehen immer noch. Viele sind unbewohnt und am zerfallen. Einige wenige sind zu Hotels umgebaut worden wie die Saratha Vilas, wo wir im letzten Jahr waren.

Die Chettinad Küche ist traditionell vegetarisch. Durch den Handel und die Reisen wandelte sich dies aber. Der Reichtum brachte auch mit sich, dass plötzlich westliche Gerichte Einzug hielten. Butler Cuisine, nennt Sumeet Nair diese im wunderschönen Kochbuch The Bangala Table (aus der Schweiz leider schwer zu bestellen, ich habe es mir von einer Bekannten in Indien kaufen und schicken lassen.) Verbreitet wurde diese Küche durch Leute aus Goa oder anderen Teilen Indiens, die in europäischen, oft britischen oder französischen, Haushalten arbeiteten und beide Stile mixten. Man muss sich also nicht wundern, wenn zum Dessert Crème Caramel und  Bread Pudding angeboten werden. Oder zur Vorspeise eher mau gewürzte Gemüsecremesuppe – wie bei unserem Essen in der Saratha Vilas.
Das Rezept für die gebratenen Kartoffeln habe ich aus The Bangala Table adaptiert. Es ist schon fast lächerlich leicht nachzukochen und bringt einem die Düfte Südindiens sehr nah.

Gebratene Kartoffeln auf südindische Art
Kartoffeln Masala Poriyal heisst das Rezept im Original. Mit Basmatireis und einem Klecks Naturjoghurt servieren. In gut sortierten Gewürzgeschäften findet man Curryblätter in getrockneter Form. Vom Geschmack her sind diese weniger intensiv, aber ich finde es die beste und praktischste Variante.  

500 g Kartoffeln (am besten Frühkartoffeln, die man gleich mit Schale essen kann)
2 EL Öl
1.5 TL schwarze Senfsamen
1 Zwiebel (ca. 90 g), fein gehackt
1 Messerspitze Chili-Pulver (je nach Schärfe und Vorliebe dosieren)
1, 5 TL geriebener Ingwer
1 Knoblauchzehe, gepresst
1, 5 TL Kurkumapulver
15 Curryblätter (z.B. getrocknete)

Die Kartoffeln weich kochen. Am schnellsten geht das mit dem Dampfkochtopf. Etwas auskühlen lassen. Eventuell die Kartoffeln schälen und je nach Grösse halbieren.
In einer Bratpfanne das Öl erhitzten und die Senfsamen dazugeben. Warten bis sie knistern, dann die gehackten Zwiebeln dazugeben. Die Zwiebeln gut anbraten, bis sie dunkel werden. (Eventuell etwas Öl oder Wasser dazugeben, damit die Zwiebeln nicht ankleben). Temperatur reduzieren, Chili-Pulver, geriebener Ingwer, gepresster Knoblauch und Kurkumapulver dazugeben und anbraten, bis alles fein duftet. Die Kartoffeln und die Curryblätter dazugeben und gut mit den Gewürzen mischen. Weitere 3 bis 5 Minuten braten, dann servieren.

 

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